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2+2+10,
die seit Nicht jedes Wort Viel Spaß mit der jeden Dienstag neuen Ausnahme, das (stets diskussions-
Vorherige Ausgaben von 2+2+10: 06.11.2001
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Große
Playoffsonderausgabe! Wieder
liegt ein lehrreiches Wochenende hinter uns ! Was wir jetzt wissen ?
Zum Beispiel, dass der KEV tatsächlich ein Finale erreichen kann und
nun sogar gute Chancen hat, Deutscher Meister zu werden. 1.Drittel:
Michael Schumacher scheint kein Formel 1 Rennen mehr fahren zu
können, ohne einen groben Fehler zu begehen, ist eine andere
Erkenntnis. Aber zurück zum KEV: Niemals Meister, gegen die beste
Mannschaft der Liga eh keine Chance und dann auch noch die Berlin
Phobie. Das wird wieder nichts, haben sich wohl die meisten gedacht,
aber momentan sieht es für die Pinguine hervorragend aus. Nach
insgesamt zwei Niederlagen in den Serien gegen Düsseldorf und Berlin,
stehen die Krefelder verdient im Finale. Dennoch bin ich in erster
Linie von den Eisbären enttäuscht, da die mir in der Vorrunde
teilweise viel Freude bereitet hatten. „Offence wins games, defence
wins championships“ – Theoretiker und gewisse Trainer werden sich
vielleicht bestätigt fühlen, aber ich sehe das anders.
Das Versagen der Eisbären lag nur am Rande an der taktischen
Ausrichtung. Nach dem deutlichen und verdienten Sieg im ersten Spiel,
waren sich möglicherweise einige Akteure ihrer Sache zu sicher. Gift
für die Berliner war im nachhinein vielleicht auch, dass sie in der
zweiten Partie schnell in Führung gingen. In der Begegnung lief dann
anschließend kaum mehr etwas. Die dritte Auseinandersetzung entschied
auf Berliner Seite ein individueller Fehler ( Eis kann manchmal ganz
schön glatt sein ) und ein sensationeller Robert Müller. In Spiel 4
wurden die Eisbären dann von einer Krefelder Mannschaft in eigentlich
schon meisterlicher Form, besiegt. Die Mannschaft von Pierre Pagé
schien am Sonntag früh den Glauben an die eigenen Stärken verloren
zu haben. Insgesamt wurden den Berlinern vor allem individuelle Fehler
und die Tatsache, dass ihre Special Teams, vor allem aber ihr
Powerplay nicht annähernd so gut wie in der Hauptrunde
funktionierten, zum Verhängnis. Hinzu kam ein starker Gegner, bei dem
mit Brandner, Purdie, ja und auch Augusta die beste Sturmformation der
Liga glänzte und eben Robert Müller.
Das Offensivsystem, aber besonders das starke Transition Game
der Eisbären, das über viele Spiele fantastisch aussah und der DEL
einige positive Berichte bereitete, lief einfach nicht mehr.
Pässe kamen nicht an, es gab zu wenig Verkehr vor dem
gegnerischen Tor, Führungsspieler tauchten unter, usw. Im Hinblick auf das Finale
kann man den Schwarz Gelben sagen:
Wer die DEG und die Eisbären souverän rauswirft, muss sich
vor den Haien nicht fürchten. Erwähnt muss auch unbedingt noch
werden, dass neben den schon genannten Pinguinen Christian Ehrhoff
teilweise hervorragend spielte, aber was noch wesentlich wichtiger
ist: Keiner war schlecht. Jeder erledigte seine Aufgaben und man hatte
ab Spiel 2 nie das Gefühl, gegen einen bestimmten Krefelder Block würden
die Eisbären früher oder später automatisch treffen. Wenn nun
wirklich fast alle Tore von einer Reihe oder meinetwegen auch
„nur“ im Powerplay erzielt werden, wie bei drei der Erfolge gegen
die DEG, ist das egal, sofern die anderen Spieler ihren Job machen und
zumindest wenig Treffer hinnehmen. Am Sonntag war es ja schließlich
auch die zweite Reihe, die die Berliner früh mit dem 1:0 schockte.
2.
Drittel: Die Haie gewannen gegen Mannheim nach Spielen sogar
noch deutlicher mit 3:0, wobei sie allerdings keine Partie so klar für
sich entschieden, wie die Pinguine ihre beiden Heimspiele. Eigentlich
hätten die Mannheimer nach drei Spielen auch mit 2:1 führen können,
aber letztendlich schieden sie verdient aus. Damit ist ihnen eine große
Chance entgangen, da sie nächstes Jahr noch mehr leisten müssen,
wenn sie Schweizer Meister werden wollen... Die Kölner Mannschaft
ist eigentlich recht unspektakulär. Keine absoluten Top Ausländer
und selbst ein Mirko Lüdemann muss schon einen Sahnetag haben, um so
aufzutrumpfen wie Ehrhoff. Der Vorteil der Haie gegenüber den
Krefeldern könnte aber sein, dass sie auf hohem Niveau insgesamt doch
ausgeglichener sind und drei Reihen haben, die eigentlich immer gefährlich
werden können. Ein
kleiner Schwachpunkt der Kölner ist das Verteidigerpaar Mickey Elick
– Shane Peacock in der Defensive. Oftmals sind beide nicht auf der Höhe
und sie werden den Krefeldern früher oder später Chancen eröffnen.
Wenn ich Hans Zach wäre ( welch schlimmer Gedanke ) würde ich
vermeiden, was zumindest zuhause möglich ist, die beiden gegen die
Topformation des KEV auf dem Eis zu haben. Wäre ich Butch Goring (
immer noch kein schöner Gedanke ) würde ich versuchen, Brandner –
Purdie – Augusta möglichst oft gegen die beiden spielen zu lassen.
Bevor ich jetzt wieder böse mails aus der Domstadt bekomme, kann ich
aber auch eben schnell noch ein Lob loswerden: Brad Schlegel und Mirko
Lüdemann bilden für mich ohne Zweifel eines der fünf besten
Verteidigerduos der Liga. Wenn die Haie Meister werden, haben die
beiden mit Sicherheit auch im Finale einen gehörigen Anteil daran.
Zum Schluss: Köln ist immer noch leichter Favorit, aber wir können
uns auf eine spannende Serie freuen. Schade nur für Zach, dass er
jetzt nicht wieder den Favoritenstatus so leicht an den Gegner abgeben
kann, obwohl er sicher sein Bestes tun wird. Spannend wird es jetzt
auch in der NHL. So gut wie seit Jahren nicht mehr stehen die Chancen,
dass der Stanley Cup wieder nach Canada gehen könnte. Wenig haben
damit die Edmonton Oilers zu tun, die die erste Runde wohl kaum überstehen
werden, etwas mehr die Toronto Maple Leafs, noch mehr die Vancouver
Canucks und sehr, sehr viel das beste Team der regulären Saison: die
Ottawa Senators. Die treffen in der ersten Runde auf die New York
Islanders, die sich als letztes Team einen Playoff Platz sicherten,
indem sie die in etwa doppelt so teure Rangers Truppe hinter sich ließen.
Letztes Jahr warfen die Achtplatzierten Canadiens im Osten die an Nr.1
gesetzten Bruins raus, aber den Islanders traue ich es wirklich nicht
zu, die Senators zu eliminieren. Chancenlos gehen sie natürlich nicht
in dieses Duell, aber gerade im Tor und im Sturm sind sie wesentlich
schlechter besetzt. Garth Snow und vor allem die Defensivkräfte
Niinimaa, Hamrlik, Jonsson und natürlich Aucoin dürfen
Schwerstarbeit erwarten. Letztgenannter bekam schon in der regulären
Saison mehr Eiszeit als fast jeder anderer NHL Spieler ( nur Goalies
und Nicklas Lidström ausgenommen ). Vieles hängt natürlich auch von
Alexei Yashin ab, der in Ottawa ungefähr so beliebt ist, wie bei
Saddam Hussein ein Mc Donalds Besuch.
Die mehr als anständige Verteidigung und Stürmer wie Jason
Blake, Dave Scatchard, Mark Parrish, Mike Peca und vielleicht auch
Yashin sollten den Islanders einen Sieg ermöglichen, aber Lalime,
Redden, Chara, Hossa, Alfredsson, Havlat und Co. sind in einer Best of
Seven Serie von New York eigentlich nicht zu bezwingen. Tipp: Senators
in fünf. Wenn man ihr
Offensivpotenzial betrachtet, müssen sich die Boston Bruins vor
keiner Mannschaft der Welt verstecken. Große Probleme bereitet aber
die Defensive inklusive der Torhüter. Jeff Hackett, der
verletzungsbedingt wahrscheinlich nicht beginnen wird, ist ein guter Rückhalt,
aber New Jersey hat mit Martin Brodeur dennoch den klar besseren und
vor allem in den Playoffs erfahreneren Torhüter. Zudem haben die
Devils etliche Stürmer, die mit nach hinten arbeiten und einen ganz
klaren Vorteil bezüglich der Abwehrarbeit. Im Angriff sind die Devils
nicht so spektakulär besetzt, verfügen aber immer noch über genügend
Leute, die für Torgefahr sorgen können. Wollen die Bruins eine
Chance haben, müssen vor allem die Topleute wie Thornton, Samsonov,
Murray und Co. kontinuierlich an ihrer oberen Leistungsgrenze spielen
und die Abwehr der Devils möglichst oft unter Druck setzen.
Letztendlich dürfte mehr als maximal ein sechstes Spiel für die
Bruins nicht drin sein. Tipp: Devils in fünf. 3.Drittel:
Die Erfahrung bei den Topspielern spricht in der Serie zwischen
Tampa Bay und Washington für die Capitals. Viele Leistungsträger der
Lightning sind noch recht jung oder haben in der regulären Saison
zumindest teilweise über ihre Verhältnisse gespielt. Trotz der
Tatsache, dass sie als besser platziertes Team mit Heimrecht in diese
Serie gehen, werden sie allgemein als Außenseiter betrachtet. Wenn
Coach Tortorella es hinbekommt, den Druck für diese Akteure nicht zu
groß werden zu lassen, haben sie aber eine gute Chance. Stürmer wie
Vincent Lecavalier und Martin St.Louis können die Defensive der Caps
genauso unter Druck setzten, wie Peter Bondra und Jaromir Jagr auf der
anderen Seite die der Lightning. Im Endeffekt könnte das Torhüterduell
den Ausschlag geben und hier sehe ich im Vergleich zwischen Khabibulin
und Kölzig einen kleinen Vorteil beim Russen. Tipp: Lightning
in sieben. Die interessanteste Serie
für viele bereits vor der ersten Partie heißt Philadelphia -
Toronto. Das gilt auch für mich, wobei es eine völlig andere Sache
ist, ob dieses Duell auch das spannendste wird. Philadelphia geht als
Favorit in diese Serie und hat insgesamt die bessere Mannschaft. Vor
allem zwei Faktoren müssen allerdings stimmen, um die nächste Runde
zu erreichen. Die Special Teams und besonders Torhüter Roman
Cechmanek, der eine gute Saison gespielt hat, dürfen nicht deutlich
schlechter sein. Die Leafs haben mit Ed Belfour jemanden zwischen den
Pfosten, der im Gegensatz zu Curtis Joseph auch unter großem Druck
eine Playoff Serie fast im Alleingang gewinnen kann. Genug gute
Spieler um ihn zu unterstützen, hat Toronto, aber während die
Verteidigung beider Teams noch einigermaßen ausgeglichen ist, haben
die Flyers im Sturm grundsätzlich einen klaren Vorteil. Der Angriff
mit Recchi, Gagne, Kapanen, Primeau, Roenick, LeClair, Amonte, Handzus
ist vom Potenzial locker eine halbe Klasse besser als der Torontos.
Tipp: Flyers in sechs. Kein Problem sollten die
Dallas Stars im Westen mit den Edmonton Oilers haben. Die Texaner sind
eigentlich auf jeder Position besser besetzt und können sich nur
selbst schlagen. Die Kanadier besitzen bestimmt keine schlechte
Mannschaft, aber mehr als ein Sieg für sie in dieser Serie wäre
schon eine große Überraschung. Tipp: Stars
in vier. Etwas schwieriger könnte
es schon für die Detroit Red Wings werden, aber letztendlich setzt
sich auch hier der Favorit durch. Die Anaheim Mighty Ducks haben im
Tor mit Jean Sebastien Giguere einen noch recht jungen Mann, der vom
Talent aber mit Curtis Joseph auf jeden Fall mithalten kann, aber dann
hört es schon auf. Neben dem besten Verteidiger der Welt, Nicklas
Lidström, kann der Cup Verteidiger in der Defensive auf weitere Topkräfte
wie Mathieu Schneider und Chris Chelios zurückgreifen. Im Sturm sind
die Red Wings ebenfalls deutlich besser besetzt, auch wenn die Enten
immerhin Leute wie Paul Kariya und Petr Sykora im Team haben. Gegen
Fedorov, Shanahan, Yzerman, Hull und Co. wird es nicht reichen. Tipp:
Red Wings in fünf. Kein Spaß wird die
Colorado Avalanche mit den Minnesota Wild haben, auch wenn man in
Denver sicherlich froh ist, am letzten Spieltag noch den St.Louis
Blues aus dem Weg gegangen zu sein. Gegen eine hart arbeitende und
taktisch clevere Mannschaft von Jacques Lemaire darf man sich auf
keinen Fall zu sehr auf sein eigenes, wenn auch überlegenes Talent
verlassen. Früher oder
später wird sich die individuelle Klasse von Peter Forsberg, Joe
Sakic und Co. aber dennoch durchsetzen. Sollte es einmal nicht so
richtig laufen, haben sie im Tor ja auch immer noch einen Patrick Roy,
für den die Eishockeysaison eigentlich vor April noch gar nicht
richtig angefangen hat. Tipp: Avalanche in
fünf. Die schon erwähnten
St.Louis Blues müssen bei den Vancouver Canucks antreten. Die
Kanadier gehen als Favorit in die Serie, haben aber eine sehr
schwierige Serie vor sich. Viel wird darauf ankommen, ob die bisher
grandiose Reihe mit Morrison, Bertuzzi und Näslund genauso stark
spielt wie in der Regular Season. Außerdem muss diese Formation von
Spielern wie Linden, Klatt, Cooke und den Sedin Zwillingen gut
entlastet werden, da St.Louis im Angriff sehr gut besetzt ist. In der
Verteidigung kommt bei den Blues viel darauf an, ob Chris Pronger zu
seiner alten Form zurückfindet. Gelingt es ihm, könnte hier ein
vielleicht ein kleiner Vorteil für den leichten Außenseiter
entstehen. Im Tor wird
St.Louis sehr wahrscheinlich einen Fehler begehen und mit Chris Osgood
in die Serie gehen. Ich würde Brent Johnson vorziehen.
Tipp: Canucks in sechs. Im Endeffekt kommen bei
mir also alle besser gesetzten Teams weiter, was aber in der Realität
kaum passieren wird. Deshalb und um die heutige Ausgabe im Bezug auf
die NHL interessanter zu machen, habe ich mir noch zwei
Expertenmeinungen ) dazugeholt. 1. Overtime: Nachdem die Ottawa
Senators als erste Mannschaft seit 1989 (damals Calgary Flames) die
Presidents Throphy nach Kanada holen konnten (meisten Punkte in der
regulären Saison) stehen in der ersten Playoffrunde die New York
Islanders auf dem Programm, die ihrerseits mehr schlecht als recht und
mit einer Prise Glück (oder Unvermögen seitens der New York Rangers)
in die Playoffs stolperten. Im letzten Jahr lieferten die Islanders
den Toronto Maple Leafs sieben packende Spiele und mit Alexei Yashin,
der viele Jahre in Ottawa agierte und letzten Endes aus finanziellen
und motivationstechnischen Gründen abgeschoben wurde, in Höchstform
dürften die Mannen aus New York auch in dieser Saison ein
unangenehmer Erstrundengegner werden. In
der regulären Saison hatte Ottawa eine 2-1-1 (Siege-Niederlagen-Unentschieden)
Bilanz gegen die Islanders und wird sich konsequenterweise in sechs
Spielen durchsetzten. Auch mit 2-1-1 spielten
die im Osten an Nummer zwei gesetzten New Jersey Devils gegen die
Boston Bruins, die sich zwar über den von langer Verletzung zurückgekehrten
Sergei Samsonov freuen dürfen, auf Glanzleistungen von ihm, Joe
Thornton und Glenn Murray jedoch auch mehr als angewiesen sind. Boston
steht für attraktives Offensiveishockey, chaotische Verhältnisse im
Tor (fünf Torwarte spielten in diesem Jahr und keiner weiß, wer in
den Playoffs das Gehäuse hüten wird) und eine nahezu desolate
Verteidigung (keine Playoffmannschaft in der gesamten NHL hat mehr
Gegentreffer). New Jersey hingegen hat das Anrühren von Beton auf dem
Eis nahezu perfektioniert, Martin Brodeur im Tor und verdienterweise
den geringsten Zuschauerschnitt aller Playoffmannschaften. Auch
wenn es in New Jersey kaum jemanden interessiert werden die Devils
Boston zu Tode trappen und nach fünf Spielen in den Sommer schicken. Die Überraschungsmannschaft
des Jahres überhaupt? Tampa Bay, erstmaliger Sieger der Southeast
Division und erst zum zweiten Mal in der zehnjährigen
Vereinsgeschichte überhaupt in den Playoffs. Wieso Tampa Bay in
diesem Jahr so gut war erscheint zweifelhaft, denn in den letzten
beiden Jahren sammelte die Mannschaft aus Tampa gerade einmal 59 und
69 Punkte, deutlich weniger als die 93 Punkte dieser Spielzeit.
Karrierejahre von Vincent Lecavallier, Vaclav Prospal, Brad Richards
und Martin St. Louis, den dominanten Nikoali Khabibulin im Tor und
Dave Andreychuk trotz einer bedenklichen Anzahl von Kerzen auf dem
Geburtstagskuchen in Höchstform können als Gründe für den
bemerkenswerten Erfolg hinhalten. Im Gegensatz zu anderen Mannschaften
in den Playoffs erscheint die Mannschaft zwar schwach und ist auch nur
an Nummer drei gesetzt, weil es die Regeln der NHL ohne Rücksicht auf
die Punkteanzahl der Mannschaft vorsehen, dass die Divisionsmeister an
1-3 gesetzt werden, gegen Washington wird der Tampaexpress in der
ersten Runde jedoch weiterrollen, denn auch diese sind nach einer
so-so Saison alles andere als Topfavoriten auf den Stanley Cup. Wie
immer. Objektiv betrachtet gehört keine der beiden Mannschaften in
die zweite Runde, Tampa Bay wird aber nach
sieben Spielen triumphieren und endlich sein Verliererimage
(wohl verdient) ein bisschen ablegen. Für Washington hingegen bleibt
alles beim alten („wenn es drauf ankommt, gewinnen die doch eh
nichts“), und ehrlich gesagt finde ich das auch gut. Die Caps
gewannen die Serie in der Saison mit 3:2, aber was zählt schon die
reguläre Saison? Im Leben ist nicht immer
alles fair, und deswegen wird man mit Entsetzten in Philadelphia oder
Toronto ertragen müssen, dass Tampa Bay in der zweiten Runde vier
Spiele lang über das Eis flitzt, man selber aber mit dem Golfwagen
unterwegs ist. Der Druck auf beiden Mannschaften ist enorm und wohl
mit keiner anderen Mannschaft in den Playoffs vergleichbar. Ohne Rücksicht
auf Kosten wurde in den beiden Eishockeymetropolen ein Kader
zusammengekauft, für den alles andere als zumindest das Erreichen des
Conference Finales wie eine große Enttäuschung aussehen muss.
Philadelphia ist bis unter das Dach mit All-Stars beladen, die unter
dem ehemaligen Erfolgscoach der Dallas Stars, Ken Hitchcock, mäßig
attraktives aber unglaublich effizientes Eishockey spielen. Aber die
Fans der Flyers könnte es nicht weniger interessieren und der Gewinn
des Stanley Cups ist in Anbetracht der Qualität des Kaders in den
vergangenen Jahren eigentlich überfällig. In Toronto sieht man das
Ganze tragischerweise genauso, hat mit Ed Belfour den ehemaligen
Erfolgsgaranten der Dallas Stars im Tor und ebenso wie in Philadelphia
einen Sturm, der gegenüber der Vorjahresmannschaft, die mit Curtis
Joseph im Tor das Finale des Ostens erreichte, deutlich verbessert
wurde. In der regulären Saison ging die Serie 2:2 aus, eine der
beiden Mannschaften wird jetzt aber unter dem auf ihr lastenden Druck
zusammenbrechen und die Serie in fünf Spielen abgeben. Auch
wenn ich den Flyers allen Erfolg der Welt endlich einmal gönnen würde,
glaube ich, dass Toronto die Serie gewinnt. Kommen wir nun zum Westen,
wo die an Nummer 1 gesetzten Dallas Stars einmal wieder in den
Playoffs auf Edmonton stoßen. Es ist schon verwunderlich, wie
Edmonton Jahr um Jahr Stars wie Bill Guerin, Dough Weight oder Anson
Carter abgeben kann und am Ende doch noch an den Playoffs teilhaben
kann, aber ob man gegen Dallas eine Chance hat, wage ich anzuzweifeln.
Kein Torwart hatte in den letzten dreißig Jahren weniger Gegentore im
Schnitt als Marty Turco im Netz der Stars (1.72) und keine andere
Mannschaft scheint auf allen Positionen besser besetzt zu sein als die
Mannschaft aus Texas, die sich erfolgreich von einer
Katastrophensaison im Vorjahr (Playoffs verpasst) zurückgemeldet hat.
In Edmonton wird man sich über die erreichten Playoffs freuen dürfen,
auf heimischen Eis vor einer der tollsten Kulissen der Liga ein oder
zwei Spiele gewinnen können und nach insgesamt sechs Spielen noch
nicht zum Golfschläger greifen, da es dafür in Edmonton zu kalt sein
wird. Dallas in sechs. Erst einmal in ihrer zehnjährigen
Geschichte konnten die Mighty Ducks of Anaheim die Playoffs erreichen
und unterlagen damals in vier Spielen klar den Detroit Red Wings.
Tragischerweise dürfen die an Nummer sieben gesetzten Mighty Ducks
bei der zweiten Playoffteilnahme ihrer Franchisegeschichte wieder
gegen Detroit antreten, welches bis aufs höchste motiviert scheint
und auch sicherlich mit der destruktiven Spielweise der eher mäßig
talentierten Enten kaum ernsthafte Probleme haben dürfte.
Jean-Sebastien Giguere ist zwar ein klasse Torwart auf Seiten der
Mannschaft aus Kaliforniern, für mehr als
einen Sieg wird es aber bei den Ducks nicht reichen, so dass nach fünf
Spielen Schluss ist. Immerhin hätten die Ducks damit erstmals
in ihrer Vereinsgeschichte ein Playoffspiel gewonnen. Nach einem unglaublich
miserablen Saisonstart verloren die Colorado Avalanche nur 8 ihrer
letzten 40 Spiele und überholten am letzten Spieltag der Saison noch
die Vancouver Canucks, so dass sie zum neunten Mal in Serie ihre
Division gewinnen konnten, was noch keiner Mannschaft in der
Geschichte der NHL zuvor gelang. Zweifelsohne sind die Avs in ihrer
derzeitigen Verfassung ein großer Favorit auf den Gewinn des Stanley
Cups (so wie auch Dallas und Detroit, was die Brisanz der Western
Conference ausmacht) und dürften mit den Minnesota Wild, die schon im
dritten Jahr ihrer Existenz die Playoffs erreichten, wenig Probleme
haben. Minnesota konnte in fünf
Aufeinandertreffen nur ein Spiel gewinnen und ich könnte mir gut
vorstellen, dass sich dieses nun wiederholt,
die Serie also in fünf an Colorado geht.. Auf jeden Fall muss
man Minnesota ein riesiges Kompliment für das bislang Erreichte
aussprechen, aber jetzt ist es auch genug, oder? Vancouver, an Nummer vier
gesetzt, verlor ausgerechnet das letzte Heimspiel der Saison gegen die
Los Angeles Kings, die sie im bisherigen Saisonverlauf mit 5:1 und 3:2
schlagen konnten (sowie ein Unentschieden mit 2:2). Im wichtigsten
Spiel der Saison gelang es Vancouver nicht, mit seinem zweitbesten
Sturm der Liga ein Tor gegen eine schon nicht mehr für die Playoffs
qualifizierte und verletzungsdezimierte Mannschaft zu erzielen, wobei
ein Sieg zum Gewinn der eigenen Division (vor Colorado) gereicht hätte.
Mich erinnert das Ganze auch an die Playoffs im letzten Jahr, als man
gegen die favorisierten Red Wings mit 2:0 auswärts in Führung ging
und am Ende die Serie in sechs Spielen verschenkte. Hätten sie das
letzte Spiel dieser Saison gewonnen und eine Erstrundenpartie gegen
Anaheim erhalten, würde ich sie dort in der Favoritenrolle sehen, nun
sieht es aber anders aus. Es wird interessant sein zu beobachten, wie
Vancouver mit den St. Louis Blues klar kommt, die auch nicht gerade für
heroische Taten ab Mitte April bekannt sind. Da St. Louis mit dem
Erhalt von Chris Osgood im März endlich etwas namenhafte Konstanz im
Tor gefunden hat (zuvor sechs Torwarte im Einsatz in dieser Saison)
sehe ich sie als Favoriten in dieser Serie, zumindest so lange Chris
Pronger nicht im Minutentakt auf die Strafbank wandert. Mein
Tipp: St. Louis in sechs. 2. Overtime:
Ottawa Senators - N.Y
Islanders Ein klarer Tipp, wir tippen auf
eine klare 4-1 Serie für Ottawa. New Jersey Devils -
Boston Bruins Die Devils haben mit Martin Brodeur einen Torwart, der
den Unterschied ausmachen soll, Boston die besseren Offensivspieler. Dennoch
wird New Jersey sich mit 4-2 durchsetzen
Absolute Spitze: Krefeld
Pinguine, Kölner Haie, Dallas Stars, Ottawa Senators, Peter Forsberg,
Todd Bertuzzi, Markus Näslund, Saku Koivu, Giancarlo Fisichella.
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