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2+2+10, die seit 
der Eishockey-
weltmeisterschaft 2001 auf
Hockeyweb.de erschienene 
Eishockeykolumne von
Björn Brehe
ist seit November 2001 Bestandteil von
Hockeyarenas.com.

Nicht jedes Wort 
der Kolumne sollte auf die Goldwaage gelegt werden. 
Zwar versucht die Sportbericht
-erstattung in Deutschland meistens zu implizieren, 
dass das über den Sport geschriebene Wort stocktrocken 
zu sein hat, aber Ausnahmen
bestätigen schließlich die Regel.

Viel Spaß mit der jeden Dienstag neuen Ausnahme,

das (stets diskussions-
freudige)
Hockeyarenas.com-
Team

Bernt
Pölling-Vocke,

bernty@aol.com
  
Björn Brehe,
bjoern2711@
aol.com
  

Vorherige Ausgaben von 2+2+10:

06.11.2001
13.11.2001
20.11.2001
27.11.2001
04.12.2001
11.12.2001
18.12.2001
02.01.2002
09.01.2002
16.01.2002
23.01.2002
30.01.2002
14.02.2002
20.02.2002
27.02.2002
13.03.2002
20.03.2002
29.03.2002
03.04.2002
11.04.2002
24.04.2002
03.05.2002
08.10.2002
15.10.2002
23.10.2002

30.10.2002
06.11.2002
13.11.2002
20.11.2002
27.11.2002
04.12.2002
11.12.2002
18.12.2002
08.01.2003
15.01.2003
22.01.2003
29.01.2003
05.02.2003
12.02.2003
17.02.2003
24.02.2003
03.03.2003
10.03.2003
17.03.2003
26.03.2003
02.04.2003

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeden Mittwoch neu!

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Mittwoch, 09.04.2003

53. Ausgabe

 

Große Playoffsonderausgabe!
Diese Woche:
Vorschau DEL-Finale plus NHL-Playoffprognosen von 2+2+10, Hockeyarenas.com und Sportfans24.net
(tabellarische Übersicht am Ende)

Wieder liegt ein lehrreiches Wochenende hinter uns ! Was wir jetzt wissen ? Zum Beispiel, dass der KEV tatsächlich ein Finale erreichen kann und nun sogar gute Chancen hat, Deutscher Meister zu werden.

1.Drittel:    Michael Schumacher scheint kein Formel 1 Rennen mehr fahren zu können, ohne einen groben Fehler zu begehen, ist eine andere Erkenntnis. Aber zurück zum KEV: Niemals Meister, gegen die beste Mannschaft der Liga eh keine Chance und dann auch noch die Berlin Phobie. Das wird wieder nichts, haben sich wohl die meisten gedacht, aber momentan sieht es für die Pinguine hervorragend aus. Nach insgesamt zwei Niederlagen in den Serien gegen Düsseldorf und Berlin, stehen die Krefelder verdient im Finale.

Dennoch bin ich in erster Linie von den Eisbären enttäuscht, da die mir in der Vorrunde teilweise viel Freude bereitet hatten. „Offence wins games, defence wins championships“ – Theoretiker und gewisse Trainer werden sich vielleicht bestätigt fühlen, aber ich sehe das anders.  Das Versagen der Eisbären lag nur am Rande an der taktischen Ausrichtung. Nach dem deutlichen und verdienten Sieg im ersten Spiel, waren sich möglicherweise einige Akteure ihrer Sache zu sicher. Gift für die Berliner war im nachhinein vielleicht auch, dass sie in der zweiten Partie schnell in Führung gingen. In der Begegnung lief dann anschließend kaum mehr etwas. Die dritte Auseinandersetzung entschied auf Berliner Seite ein individueller Fehler ( Eis kann manchmal ganz schön glatt sein ) und ein sensationeller Robert Müller. In Spiel 4 wurden die Eisbären dann von einer Krefelder Mannschaft in eigentlich schon meisterlicher Form, besiegt. Die Mannschaft von Pierre Pagé schien am Sonntag früh den Glauben an die eigenen Stärken verloren zu haben. Insgesamt wurden den Berlinern vor allem individuelle Fehler und die Tatsache, dass ihre Special Teams, vor allem aber ihr Powerplay nicht annähernd so gut wie in der Hauptrunde funktionierten, zum Verhängnis. Hinzu kam ein starker Gegner, bei dem mit Brandner, Purdie, ja und auch Augusta die beste Sturmformation der Liga glänzte und eben Robert Müller.  Das Offensivsystem, aber besonders das starke Transition Game der Eisbären, das über viele Spiele fantastisch aussah und der DEL einige positive Berichte bereitete, lief einfach nicht mehr.  Pässe kamen nicht an, es gab zu wenig Verkehr vor dem gegnerischen Tor, Führungsspieler tauchten unter, usw.

Im Hinblick auf das Finale kann man den Schwarz Gelben sagen:  Wer die DEG und die Eisbären souverän rauswirft, muss sich vor den Haien nicht fürchten. Erwähnt muss auch unbedingt noch werden, dass neben den schon genannten Pinguinen Christian Ehrhoff teilweise hervorragend spielte, aber was noch wesentlich wichtiger ist: Keiner war schlecht. Jeder erledigte seine Aufgaben und man hatte ab Spiel 2 nie das Gefühl, gegen einen bestimmten Krefelder Block würden die Eisbären früher oder später automatisch treffen. Wenn nun wirklich fast alle Tore von einer Reihe oder meinetwegen auch „nur“ im Powerplay erzielt werden, wie bei drei der Erfolge gegen die DEG, ist das egal, sofern die anderen Spieler ihren Job machen und zumindest wenig Treffer hinnehmen. Am Sonntag war es ja schließlich auch die zweite Reihe, die die Berliner früh mit dem 1:0 schockte. 

2. Drittel: Die Haie gewannen gegen Mannheim nach Spielen sogar noch deutlicher mit 3:0, wobei sie allerdings keine Partie so klar für sich entschieden, wie die Pinguine ihre beiden Heimspiele. Eigentlich hätten die Mannheimer nach drei Spielen auch mit 2:1 führen können, aber letztendlich schieden sie verdient aus. Damit ist ihnen eine große Chance entgangen, da sie nächstes Jahr noch mehr leisten müssen, wenn sie Schweizer Meister werden wollen...

Die Kölner Mannschaft ist eigentlich recht unspektakulär. Keine absoluten Top Ausländer und selbst ein Mirko Lüdemann muss schon einen Sahnetag haben, um so aufzutrumpfen wie Ehrhoff. Der Vorteil der Haie gegenüber den Krefeldern könnte aber sein, dass sie auf hohem Niveau insgesamt doch ausgeglichener sind und drei Reihen haben, die eigentlich immer gefährlich werden können.  Ein kleiner Schwachpunkt der Kölner ist das Verteidigerpaar Mickey Elick – Shane Peacock in der Defensive. Oftmals sind beide nicht auf der Höhe und sie werden den Krefeldern früher oder später Chancen eröffnen. Wenn ich Hans Zach wäre ( welch schlimmer Gedanke ) würde ich vermeiden, was zumindest zuhause möglich ist, die beiden gegen die Topformation des KEV auf dem Eis zu haben. Wäre ich Butch Goring ( immer noch kein schöner Gedanke ) würde ich versuchen, Brandner – Purdie – Augusta möglichst oft gegen die beiden spielen zu lassen. Bevor ich jetzt wieder böse mails aus der Domstadt bekomme, kann ich aber auch eben schnell noch ein Lob loswerden: Brad Schlegel und Mirko Lüdemann bilden für mich ohne Zweifel eines der fünf besten Verteidigerduos der Liga. Wenn die Haie Meister werden, haben die beiden mit Sicherheit auch im Finale einen gehörigen Anteil daran. Zum Schluss: Köln ist immer noch leichter Favorit, aber wir können uns auf eine spannende Serie freuen. Schade nur für Zach, dass er jetzt nicht wieder den Favoritenstatus so leicht an den Gegner abgeben kann, obwohl er sicher sein Bestes tun wird.

Spannend wird es jetzt auch in der NHL. So gut wie seit Jahren nicht mehr stehen die Chancen, dass der Stanley Cup wieder nach Canada gehen könnte. Wenig haben damit die Edmonton Oilers zu tun, die die erste Runde wohl kaum überstehen werden, etwas mehr die Toronto Maple Leafs, noch mehr die Vancouver Canucks und sehr, sehr viel das beste Team der regulären Saison: die Ottawa Senators. Die treffen in der ersten Runde auf die New York Islanders, die sich als letztes Team einen Playoff Platz sicherten, indem sie die in etwa doppelt so teure Rangers Truppe hinter sich ließen. Letztes Jahr warfen die Achtplatzierten Canadiens im Osten die an Nr.1 gesetzten Bruins raus, aber den Islanders traue ich es wirklich nicht zu, die Senators zu eliminieren. Chancenlos gehen sie natürlich nicht in dieses Duell, aber gerade im Tor und im Sturm sind sie wesentlich schlechter besetzt. Garth Snow und vor allem die Defensivkräfte Niinimaa, Hamrlik, Jonsson und natürlich Aucoin dürfen Schwerstarbeit erwarten. Letztgenannter bekam schon in der regulären Saison mehr Eiszeit als fast jeder anderer NHL Spieler ( nur Goalies und Nicklas Lidström ausgenommen ). Vieles hängt natürlich auch von Alexei Yashin ab, der in Ottawa ungefähr so beliebt ist, wie bei Saddam Hussein ein Mc Donalds Besuch.  Die mehr als anständige Verteidigung und Stürmer wie Jason Blake, Dave Scatchard, Mark Parrish, Mike Peca und vielleicht auch Yashin sollten den Islanders einen Sieg ermöglichen, aber Lalime, Redden, Chara, Hossa, Alfredsson, Havlat und Co. sind in einer Best of Seven Serie von New York eigentlich nicht zu bezwingen. Tipp: Senators in fünf.

Wenn man ihr Offensivpotenzial betrachtet, müssen sich die Boston Bruins vor keiner Mannschaft der Welt verstecken. Große Probleme bereitet aber die Defensive inklusive der Torhüter. Jeff Hackett, der verletzungsbedingt wahrscheinlich nicht beginnen wird, ist ein guter Rückhalt, aber New Jersey hat mit Martin Brodeur dennoch den klar besseren und vor allem in den Playoffs erfahreneren Torhüter. Zudem haben die Devils etliche Stürmer, die mit nach hinten arbeiten und einen ganz klaren Vorteil bezüglich der Abwehrarbeit. Im Angriff sind die Devils nicht so spektakulär besetzt, verfügen aber immer noch über genügend Leute, die für Torgefahr sorgen können. Wollen die Bruins eine Chance haben, müssen vor allem die Topleute wie Thornton, Samsonov, Murray und Co. kontinuierlich an ihrer oberen Leistungsgrenze spielen und die Abwehr der Devils möglichst oft unter Druck setzen. Letztendlich dürfte mehr als maximal ein sechstes Spiel für die Bruins nicht drin sein. Tipp: Devils in fünf.

3.Drittel: Die Erfahrung bei den Topspielern spricht in der Serie zwischen Tampa Bay und Washington für die Capitals. Viele Leistungsträger der Lightning sind noch recht jung oder haben in der regulären Saison zumindest teilweise über ihre Verhältnisse gespielt. Trotz der Tatsache, dass sie als besser platziertes Team mit Heimrecht in diese Serie gehen, werden sie allgemein als Außenseiter betrachtet. Wenn Coach Tortorella es hinbekommt, den Druck für diese Akteure nicht zu groß werden zu lassen, haben sie aber eine gute Chance. Stürmer wie Vincent Lecavalier und Martin St.Louis können die Defensive der Caps genauso unter Druck setzten, wie Peter Bondra und Jaromir Jagr auf der anderen Seite die der Lightning. Im Endeffekt könnte das Torhüterduell den Ausschlag geben und hier sehe ich im Vergleich zwischen Khabibulin und Kölzig einen kleinen Vorteil beim Russen. Tipp: Lightning in sieben.

Die interessanteste Serie für viele bereits vor der ersten Partie heißt Philadelphia - Toronto. Das gilt auch für mich, wobei es eine völlig andere Sache ist, ob dieses Duell auch das spannendste wird. Philadelphia geht als Favorit in diese Serie und hat insgesamt die bessere Mannschaft. Vor allem zwei Faktoren müssen allerdings stimmen, um die nächste Runde zu erreichen. Die Special Teams und besonders Torhüter Roman Cechmanek, der eine gute Saison gespielt hat, dürfen nicht deutlich schlechter sein. Die Leafs haben mit Ed Belfour jemanden zwischen den Pfosten, der im Gegensatz zu Curtis Joseph auch unter großem Druck eine Playoff Serie fast im Alleingang gewinnen kann. Genug gute Spieler um ihn zu unterstützen, hat Toronto, aber während die Verteidigung beider Teams noch einigermaßen ausgeglichen ist, haben die Flyers im Sturm grundsätzlich einen klaren Vorteil. Der Angriff mit Recchi, Gagne, Kapanen, Primeau, Roenick, LeClair, Amonte, Handzus ist vom Potenzial locker eine halbe Klasse besser als der Torontos. Tipp: Flyers in sechs.

Kein Problem sollten die Dallas Stars im Westen mit den Edmonton Oilers haben. Die Texaner sind eigentlich auf jeder Position besser besetzt und können sich nur selbst schlagen. Die Kanadier besitzen bestimmt keine schlechte Mannschaft, aber mehr als ein Sieg für sie in dieser Serie wäre schon eine große Überraschung. Tipp: Stars in vier.

Etwas schwieriger könnte es schon für die Detroit Red Wings werden, aber letztendlich setzt sich auch hier der Favorit durch. Die Anaheim Mighty Ducks haben im Tor mit Jean Sebastien Giguere einen noch recht jungen Mann, der vom Talent aber mit Curtis Joseph auf jeden Fall mithalten kann, aber dann hört es schon auf. Neben dem besten Verteidiger der Welt, Nicklas Lidström, kann der Cup Verteidiger in der Defensive auf weitere Topkräfte wie Mathieu Schneider und Chris Chelios zurückgreifen. Im Sturm sind die Red Wings ebenfalls deutlich besser besetzt, auch wenn die Enten immerhin Leute wie Paul Kariya und Petr Sykora im Team haben. Gegen Fedorov, Shanahan, Yzerman, Hull und Co. wird es nicht reichen. Tipp: Red Wings in fünf.

Kein Spaß wird die Colorado Avalanche mit den Minnesota Wild haben, auch wenn man in Denver sicherlich froh ist, am letzten Spieltag noch den St.Louis Blues aus dem Weg gegangen zu sein. Gegen eine hart arbeitende und taktisch clevere Mannschaft von Jacques Lemaire darf man sich auf keinen Fall zu sehr auf sein eigenes, wenn auch überlegenes Talent verlassen.  Früher oder später wird sich die individuelle Klasse von Peter Forsberg, Joe Sakic und Co. aber dennoch durchsetzen. Sollte es einmal nicht so richtig laufen, haben sie im Tor ja auch immer noch einen Patrick Roy, für den die Eishockeysaison eigentlich vor April noch gar nicht richtig angefangen hat. Tipp: Avalanche in fünf.

Die schon erwähnten St.Louis Blues müssen bei den Vancouver Canucks antreten. Die Kanadier gehen als Favorit in die Serie, haben aber eine sehr schwierige Serie vor sich. Viel wird darauf ankommen, ob die bisher grandiose Reihe mit Morrison, Bertuzzi und Näslund genauso stark spielt wie in der Regular Season. Außerdem muss diese Formation von Spielern wie Linden, Klatt, Cooke und den Sedin Zwillingen gut entlastet werden, da St.Louis im Angriff sehr gut besetzt ist. In der Verteidigung kommt bei den Blues viel darauf an, ob Chris Pronger zu seiner alten Form zurückfindet. Gelingt es ihm, könnte hier ein vielleicht ein kleiner Vorteil für den leichten Außenseiter entstehen.  Im Tor wird St.Louis sehr wahrscheinlich einen Fehler begehen und mit Chris Osgood in die Serie gehen. Ich würde Brent Johnson vorziehen.  Tipp: Canucks in sechs.

Im Endeffekt kommen bei mir also alle besser gesetzten Teams weiter, was aber in der Realität kaum passieren wird. Deshalb und um die heutige Ausgabe im Bezug auf die NHL interessanter zu machen, habe ich mir noch zwei Expertenmeinungen ) dazugeholt.

 

1. Overtime:

NHL-Playoffprognosen Bernt Pölling-Vocke, Herausgeber hockeyarenas.com:

Nachdem die Ottawa Senators als erste Mannschaft seit 1989 (damals Calgary Flames) die Presidents Throphy nach Kanada holen konnten (meisten Punkte in der regulären Saison) stehen in der ersten Playoffrunde die New York Islanders auf dem Programm, die ihrerseits mehr schlecht als recht und mit einer Prise Glück (oder Unvermögen seitens der New York Rangers) in die Playoffs stolperten. Im letzten Jahr lieferten die Islanders den Toronto Maple Leafs sieben packende Spiele und mit Alexei Yashin, der viele Jahre in Ottawa agierte und letzten Endes aus finanziellen und motivationstechnischen Gründen abgeschoben wurde, in Höchstform dürften die Mannen aus New York auch in dieser Saison ein unangenehmer Erstrundengegner werden. In der regulären Saison hatte Ottawa eine 2-1-1 (Siege-Niederlagen-Unentschieden) Bilanz gegen die Islanders und wird sich konsequenterweise in sechs Spielen durchsetzten.

Auch mit 2-1-1 spielten die im Osten an Nummer zwei gesetzten New Jersey Devils gegen die Boston Bruins, die sich zwar über den von langer Verletzung zurückgekehrten Sergei Samsonov freuen dürfen, auf Glanzleistungen von ihm, Joe Thornton und Glenn Murray jedoch auch mehr als angewiesen sind. Boston steht für attraktives Offensiveishockey, chaotische Verhältnisse im Tor (fünf Torwarte spielten in diesem Jahr und keiner weiß, wer in den Playoffs das Gehäuse hüten wird) und eine nahezu desolate Verteidigung (keine Playoffmannschaft in der gesamten NHL hat mehr Gegentreffer). New Jersey hingegen hat das Anrühren von Beton auf dem Eis nahezu perfektioniert, Martin Brodeur im Tor und verdienterweise den geringsten Zuschauerschnitt aller Playoffmannschaften. Auch wenn es in New Jersey kaum jemanden interessiert werden die Devils Boston zu Tode trappen und nach fünf Spielen in den Sommer schicken.

Die Überraschungsmannschaft des Jahres überhaupt? Tampa Bay, erstmaliger Sieger der Southeast Division und erst zum zweiten Mal in der zehnjährigen Vereinsgeschichte überhaupt in den Playoffs. Wieso Tampa Bay in diesem Jahr so gut war erscheint zweifelhaft, denn in den letzten beiden Jahren sammelte die Mannschaft aus Tampa gerade einmal 59 und 69 Punkte, deutlich weniger als die 93 Punkte dieser Spielzeit. Karrierejahre von Vincent Lecavallier, Vaclav Prospal, Brad Richards und Martin St. Louis, den dominanten Nikoali Khabibulin im Tor und Dave Andreychuk trotz einer bedenklichen Anzahl von Kerzen auf dem Geburtstagskuchen in Höchstform können als Gründe für den bemerkenswerten Erfolg hinhalten. Im Gegensatz zu anderen Mannschaften in den Playoffs erscheint die Mannschaft zwar schwach und ist auch nur an Nummer drei gesetzt, weil es die Regeln der NHL ohne Rücksicht auf die Punkteanzahl der Mannschaft vorsehen, dass die Divisionsmeister an 1-3 gesetzt werden, gegen Washington wird der Tampaexpress in der ersten Runde jedoch weiterrollen, denn auch diese sind nach einer so-so Saison alles andere als Topfavoriten auf den Stanley Cup. Wie immer. Objektiv betrachtet gehört keine der beiden Mannschaften in die zweite Runde, Tampa Bay wird aber nach sieben Spielen triumphieren und endlich sein Verliererimage (wohl verdient) ein bisschen ablegen. Für Washington hingegen bleibt alles beim alten („wenn es drauf ankommt, gewinnen die doch eh nichts“), und ehrlich gesagt finde ich das auch gut. Die Caps gewannen die Serie in der Saison mit 3:2, aber was zählt schon die reguläre Saison?

Im Leben ist nicht immer alles fair, und deswegen wird man mit Entsetzten in Philadelphia oder Toronto ertragen müssen, dass Tampa Bay in der zweiten Runde vier Spiele lang über das Eis flitzt, man selber aber mit dem Golfwagen unterwegs ist. Der Druck auf beiden Mannschaften ist enorm und wohl mit keiner anderen Mannschaft in den Playoffs vergleichbar. Ohne Rücksicht auf Kosten wurde in den beiden Eishockeymetropolen ein Kader zusammengekauft, für den alles andere als zumindest das Erreichen des Conference Finales wie eine große Enttäuschung aussehen muss. Philadelphia ist bis unter das Dach mit All-Stars beladen, die unter dem ehemaligen Erfolgscoach der Dallas Stars, Ken Hitchcock, mäßig attraktives aber unglaublich effizientes Eishockey spielen. Aber die Fans der Flyers könnte es nicht weniger interessieren und der Gewinn des Stanley Cups ist in Anbetracht der Qualität des Kaders in den vergangenen Jahren eigentlich überfällig. In Toronto sieht man das Ganze tragischerweise genauso, hat mit Ed Belfour den ehemaligen Erfolgsgaranten der Dallas Stars im Tor und ebenso wie in Philadelphia einen Sturm, der gegenüber der Vorjahresmannschaft, die mit Curtis Joseph im Tor das Finale des Ostens erreichte, deutlich verbessert wurde. In der regulären Saison ging die Serie 2:2 aus, eine der beiden Mannschaften wird jetzt aber unter dem auf ihr lastenden Druck zusammenbrechen und die Serie in fünf Spielen abgeben. Auch wenn ich den Flyers allen Erfolg der Welt endlich einmal gönnen würde, glaube ich, dass Toronto die Serie gewinnt.  

Kommen wir nun zum Westen, wo die an Nummer 1 gesetzten Dallas Stars einmal wieder in den Playoffs auf Edmonton stoßen. Es ist schon verwunderlich, wie Edmonton Jahr um Jahr Stars wie Bill Guerin, Dough Weight oder Anson Carter abgeben kann und am Ende doch noch an den Playoffs teilhaben kann, aber ob man gegen Dallas eine Chance hat, wage ich anzuzweifeln. Kein Torwart hatte in den letzten dreißig Jahren weniger Gegentore im Schnitt als Marty Turco im Netz der Stars (1.72) und keine andere Mannschaft scheint auf allen Positionen besser besetzt zu sein als die Mannschaft aus Texas, die sich erfolgreich von einer Katastrophensaison im Vorjahr (Playoffs verpasst) zurückgemeldet hat. In Edmonton wird man sich über die erreichten Playoffs freuen dürfen, auf heimischen Eis vor einer der tollsten Kulissen der Liga ein oder zwei Spiele gewinnen können und nach insgesamt sechs Spielen noch nicht zum Golfschläger greifen, da es dafür in Edmonton zu kalt sein wird. Dallas in sechs.

Erst einmal in ihrer zehnjährigen Geschichte konnten die Mighty Ducks of Anaheim die Playoffs erreichen und unterlagen damals in vier Spielen klar den Detroit Red Wings. Tragischerweise dürfen die an Nummer sieben gesetzten Mighty Ducks bei der zweiten Playoffteilnahme ihrer Franchisegeschichte wieder gegen Detroit antreten, welches bis aufs höchste motiviert scheint und auch sicherlich mit der destruktiven Spielweise der eher mäßig talentierten Enten kaum ernsthafte Probleme haben dürfte. Jean-Sebastien Giguere ist zwar ein klasse Torwart auf Seiten der Mannschaft aus Kaliforniern, für mehr als einen Sieg wird es aber bei den Ducks nicht reichen, so dass nach fünf Spielen Schluss ist. Immerhin hätten die Ducks damit erstmals in ihrer Vereinsgeschichte ein Playoffspiel gewonnen.

Nach einem unglaublich miserablen Saisonstart verloren die Colorado Avalanche nur 8 ihrer letzten 40 Spiele und überholten am letzten Spieltag der Saison noch die Vancouver Canucks, so dass sie zum neunten Mal in Serie ihre Division gewinnen konnten, was noch keiner Mannschaft in der Geschichte der NHL zuvor gelang. Zweifelsohne sind die Avs in ihrer derzeitigen Verfassung ein großer Favorit auf den Gewinn des Stanley Cups (so wie auch Dallas und Detroit, was die Brisanz der Western Conference ausmacht) und dürften mit den Minnesota Wild, die schon im dritten Jahr ihrer Existenz die Playoffs erreichten, wenig Probleme haben. Minnesota konnte in fünf Aufeinandertreffen nur ein Spiel gewinnen und ich könnte mir gut vorstellen, dass sich dieses nun wiederholt, die Serie also in fünf an Colorado geht.. Auf jeden Fall muss man Minnesota ein riesiges Kompliment für das bislang Erreichte aussprechen, aber jetzt ist es auch genug, oder?

Vancouver, an Nummer vier gesetzt, verlor ausgerechnet das letzte Heimspiel der Saison gegen die Los Angeles Kings, die sie im bisherigen Saisonverlauf mit 5:1 und 3:2 schlagen konnten (sowie ein Unentschieden mit 2:2). Im wichtigsten Spiel der Saison gelang es Vancouver nicht, mit seinem zweitbesten Sturm der Liga ein Tor gegen eine schon nicht mehr für die Playoffs qualifizierte und verletzungsdezimierte Mannschaft zu erzielen, wobei ein Sieg zum Gewinn der eigenen Division (vor Colorado) gereicht hätte. Mich erinnert das Ganze auch an die Playoffs im letzten Jahr, als man gegen die favorisierten Red Wings mit 2:0 auswärts in Führung ging und am Ende die Serie in sechs Spielen verschenkte. Hätten sie das letzte Spiel dieser Saison gewonnen und eine Erstrundenpartie gegen Anaheim erhalten, würde ich sie dort in der Favoritenrolle sehen, nun sieht es aber anders aus. Es wird interessant sein zu beobachten, wie Vancouver mit den St. Louis Blues klar kommt, die auch nicht gerade für heroische Taten ab Mitte April bekannt sind. Da St. Louis mit dem Erhalt von Chris Osgood im März endlich etwas namenhafte Konstanz im Tor gefunden hat (zuvor sechs Torwarte im Einsatz in dieser Saison) sehe ich sie als Favoriten in dieser Serie, zumindest so lange Chris Pronger nicht im Minutentakt auf die Strafbank wandert. Mein Tipp: St. Louis in sechs.

 

2. Overtime:

NHL-Playoffprognosen Gerhard Zwirschitz, Herausgeber sportfans24.net:

Dallas Stars- Edmonton Oilers Edmonton hat zwar gut gespielt, aber die Dallas Stars werden ihnen eine Nummer zu gross sein, da sie überall gut besetzt sind. Unser Tipp: Klares 4-0 in der Serie für Dallas.

Detroit Red Wings- Anaheim Mighty Ducks Eigentlich müsste alles für die Red Wings sprechen. Aber Vorsicht. Anaheim wurde immer stärker, konnte auch Detroit schon deutlich schlagen. Detroit wird es sehr schwer haben sich durchzusetzen, und wehe es fallen die älteren Stars aus. Dennoch tippen wir auf ein 4-3 für Detroit.

Colorado Avalanche - Minnesota Wild Das Überraschungsteam aus dem Westen gegen Forsberg und Co. Im letzten Moment konnte die Avalanche noch den 3. Platz erringen. Sollten die Wilds wieder so effizient spielen wie in der Vorrunde, darf man eine Sensation nicht ausschliessen. Aber normalerweise sollte Colorado sich mit 4-2 durchsetzen.

Vancouver Canucks - St. Louis Blues Das Schlagerspiel ohnehin, beide Teams haben zum Schluss schwach agiert. St. Louis hat gegen starke Gegner fast immer nur verloren, Vancouver gegen starke Gegner immer gut gespielt. Trotz dessen es ein Spitzenspiel ist, tippen wir auf ein klares 4-1 für Vancouver, da ein Naslund, Morrison und Bertuzzi, wenn sie einen Lauf haben, nicht zu bremsen sind. St. Louis ist gut, aber gegen die Starken einfach zu nervenschwach.

Ottawa Senators - N.Y Islanders Ein klarer Tipp, wir tippen auf eine klare 4-1 Serie für Ottawa.

New Jersey Devils - Boston Bruins Die Devils haben mit Martin Brodeur einen Torwart, der den Unterschied ausmachen soll, Boston die besseren Offensivspieler. Dennoch wird New Jersey sich mit 4-2 durchsetzen

Tampa Bay Lightning - Washington Capitals Die Lightning sind das Sensationsteam der Eastern Conference. Allerdings besitzen die Capitals einiges mehr an Erfahrung und einen Jaromir Jagr in ihren Reihen. Unser Tipp: Knappes 4-3 für Washington.

Philadelphia Flyers - Toronto Maple Leafs Die Flyers hatten einen guten Lauf und mit Amonte einen guten Stürmer dazugewonnen. Owen Nolan schlug bei den Maple Leafs voll ein. Der Ausgang ist ungewiss nur spielt Toronto in den Play-Offs immer besser als in der regulären Saison. Daher unser Tipp 4-2 für Toronto.

Paarung

Björn Brehe,
Autor
2+2+10

Bernt Pölling-Vocke,
Herausgeber
Hockeyarenas.com

Gerhard Zwiritsch, Herausgeber Sportfans24.net

 

bjoern2711@aol.com

bernty@aol.com

Eveline.Zwirschitz@schule.at

Ottawa, 4:1

Ottawa, 4:2

Ottawa, 4:1

New Jersey, 4:2

New Jersey, 4:1

New Jersey, 4:2

Tampa Bay, 4:3

Tampa Bay, 4:3

Washington, 4:3

Philadelphia, 4:2

Toronto, 4:1

Toronto, 4:2

Dallas, 4:0

Dallas, 4:1

Dallas, 4:0

Detroit, 4:1

Detroit, 4:1

Detroit, 4:3

Colorado, 4:1

Colorado, 4:1

Colorado, 4:2

Vancouver, 4:2

St. Louis, 4:2

Vancouver, 4:2

Absolute Spitze:  Krefeld Pinguine, Kölner Haie, Dallas Stars, Ottawa Senators, Peter Forsberg, Todd Bertuzzi, Markus Näslund, Saku Koivu, Giancarlo Fisichella.

Schlechte Witze:  Die Halbfinal Eisbären, Michael Schumacher.

 



Kolumne geschrieben von:

Björn Brehe
bjoern2711@aol.com