disclaimer


2+2+10, die seit 
der Eishockey-
weltmeisterschaft 2001 auf
Hockeyweb.de erschienene Eishockeykolumne von Björn Brehe
ist seit November 2001 Bestandteil von
Hockeyarenas.com.

Nicht jedes Wort 
der Kolumne sollte auf die Goldwaage gelegt werden. 
Zwar versucht die Sportbericht
-erstattung in Deutschland meistens zu implizieren, 
dass das über den Sport geschriebene Wort stocktrocken 
zu sein hat, aber Ausnahmen
bestätigen schließlich die Regel.

Viel Spaß mit der jeden Dienstag neuen Ausnahme,

das (stets diskussions-
freudige)
Hockeyarenas.com-
Team

Bernt
Pölling-Vocke,

bernty@aol.com
  
Björn Brehe,
bjoern2711@
aol.com
  

Vorherige Ausgaben von 2+2+10:

06.11.2001
13.11.2001
20.11.2001
27.11.2001
04.12.2001
11.12.2001
18.12.2001
02.01.2002
09.01.2002
16.01.2002
23.01.2002
30.01.2002
14.02.2002
20.02.2002
27.02.2002
13.03.2002
20.03.2002
29.03.2002
03.04.2002
11.04.2002
24.04.2002
03.05.2002
08.10.2002
15.10.2002
23
.10.2002

30
.10.2002
06.11.2002
13.11.2002
20.11.2002
27.11.2002
04.12.2002

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeden Mittwoch neu!

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Mittwoch, 11.12.2002

38. Ausgabe

Ich will die Eisbären sehen, ich will die Eisbären sehen, 
pfiff ich Sonntag so gegen 15.30 Uhr leise vor mich hin.

1.Drittel:    Ich pfiff vor mich hin, während ich die Begegnung DEG – KEC sah. Premiere zog das rheinische Derby dem Spiel zwischen Berlin und Krefeld vor. Von der Tabellensituation und der Brisanz  kann man das noch verstehen, aber der neutrale Eishockeyfan muss sich darüber eigentlich geärgert haben. Am liebsten hätte ich irgendwie beide Partien gesehen, aber das ist halt nicht möglich, wenn man wesentlich näher an der Brehmstrasse, als am Wellblechpalast wohnt und Premiere das falsche Spiel zeigt. Jedenfalls waren die ersten 40 Minuten des Derbys umkämpft, intensiv und man sah einfach kaum schönes Eishockey. Dass am Ende sogar drei Tore in einem Drittel fielen, war beinahe unglaublich, wenn man bedenkt, dass die Treffer der DEG auch noch schön waren. Sicher, hat Alex Hicks sein Tor clever gemacht, aber um es mit dem Begriff „schön“ zu titulieren, war die Mithilfe des ansonst gewohnt starken Andrei Trefilov einfach zu groß. Außerdem hat sich die Nr. 21 der Haie nach dem Spiel ziemlich lächerlich gemacht. Er sprach von der schlechtesten Schiedsrichterleistung der Saison und ähnlichem. Was der gute Herr Schluckauf zu kritisieren hatte, ist mir sehr schleierhaft. Sicherlich gab es umstrittene Entscheidungen und Gerhard Lichtnecker lag auch nicht immer richtig, aber ich habe in dieser Saison schon wesentlich schlechtere Schiris gesehen. Zwei Fehlentscheidungen sind mir noch genau im Gedächtnis. Zum einen der nicht geahndete Crosscheck von Mickey Elick gegen Marc Beaucage und der folgende Tritt von Chris Rogles gegen den am Boden liegenden DEG Center. Irgendwie kann ich mich aber nicht daran erinnern, dass Hicks im Anschluss vehement Strafen gegen seine beiden Teamkollegen verlangte. Dass die DEG übrigens keine nachträgliche Sperre gegen Rogles forderte, liegt an der Tatsache, dass Zach und Komma sich so gut verstehen. Wer einen auf dem Eis liegenden Spieler tritt und im nachhinein völlig unverständlich ohne Shakehands in die Kabine verschwindet, könnte ruhig mal ein Wochenende aussetzen. Naja, Marc Beaucage wird´s recht egal gewesen sein. Er kam immerhin unverletzt davon, erzielte das entscheidende 2:1 für die Düsseldorfer und ist jetzt mit 15 Toren hinter Brandner und Walker,sowie vor dem ebenfalls starken Jason Podollan  allein auf Platz 3 der Torjägerliste zu finden.

Die Eisbären spielen in der letzten Zeit zwar nur konstant unkonstant, aber das ist auch völlig okay so, da sie vor dem Tabellenzweiten sonst schon leicht in ein, zwei Wochen mehr als 10 Punkte Vorsprung haben könnten. Dass 4-5 gegen Krefeld am Sonntag war aber mit Sicherheit wesentlich attraktiver, als das Spiel in Düsseldorf, was eigentlich schon vorher klar war. Klar war allerdings nicht, dass die Pinguine in den letzten 40 Minuten die bessere Mannschaft sein würden. Ob´s am Trainerwechsel lag ? Ich glaube nicht. Wiederum logisch, war allerdings, dass Valentine früher oder später durch Butch Goring abgelöst werden würde. Da kam die Heimniederlage gegen die Hamburg Freezers, vor übrigens weniger als 2000 Zuschauern, den Verantwortlichen in Krefeld doch gerade recht.

2.Drittel:  Gebracht hat der Trainerwechsel den Hannover Scorpions jedenfalls nichts. Anfangs lief es kurzzeitig besser, aber mittlerweile sind die Niedersachen auf gutem Weg, den Abstand zu den Playoff Plätzen größer werden zu lassen. Bei Jochen Haselbacher wird das mit Sicherheit Unverständnis auslösen, da er seine Mannschaft eigentlich immer überschätzt und vielleicht denkt er auch schon über eine erneute Entlassung nach. „Hey Jochen, Chris Valentine wäre zu haben“.  

In Schwenningen gehen so langsam die Lichter aus und bevor er Gefahr lief, nichts mehr sehen zu können, entkam Jochen Molling nach Hamburg. Ja, „der ab und zu, wenn die richtigen Verteidiger verletzt sind“ Nationalspieler spielt jetzt für die Freezers. Dort im ganz hohen Norden ist ja bekanntlich am Wochenende etwas Anderes ausgegangen. Das Kühlsystem versagte beim Spiel gegen die Kassel Huskies und die Partie musste abgebrochen werden. Soso, so etwas passiert also nach nur wenigen Partien in der angeblich modernsten Arena Europas ? Wer da Sabotage ausschließt, glaubt bestimmt auch noch an den Weihnachtsmann, an ein Offensiveishockeyspektakel, das von Tölzer Trainern initiiert wird und daran, das Eric Lindros gar keinen weichen Schädel hat. Ich gehe eher davon aus, dass Hamburgs Innenminister Schill im Stadion war, die vielen ausländischen Spielernamen auf den Trikots sah und sofort mit eiserner Hand zur Tat schritt.

Ansonsten werden die Freezers immer noch von vielen gegnerischen Fans  als Retorten Team betitelt. Ich frage mich aber immer, was eigentlich ein richtiges Retorten Team ist und wer die armen Tiere in den Kuchen tut, aber wahrscheinlich habe ich da etwas falsch verstanden. 

So, mit dem Namen Eric Lindros bin ich eben schon einmal in der NHL angekommen und da geht´s jetzt auch weiter. Glaubt eigentlich jetzt noch irgendjemand daran, dass die New York Rangers in die Playoffs kommen ? Rein von den Punkten her stehen sie zwar gar nicht so schlecht da, aber der erste Blick trügt. Sie haben schon zwei bis fünf Spiele mehr absolviert als die Konkurrenz. Nach der Knieverletzung von Pavel Bure, der nicht nur der beste Torjäger sondern überraschenderweise vereinsintern auch bester Spieler in der +- Wertung war, ist das sehr unwahrscheinlich. Grund dafür ist natürlich auch, dass Eric Lindros nicht das zeigt, was man von ihm erwartet und dass zwei Neuzugänge auch bisher enttäuscht haben. Darius Kasparaitis ist einer der beiden. Er wurde geholt, um die Defensive zu stärken und ist momentan in der Kategorie +- Bilanz bei –15 der schlechteste Spieler der ganzen Liga. Auch Bobby Holik hat bisher alles andere als geglänzt und wenn man dann auch noch auf die Gehälter der beiden schaut, wird einem gleich schwindelig. Über 13 Millionen Dollar bekommen sie. Damit kann man theoretisch sechs Andrei Markovs und sechs John Maddens bezahlen.

3. Drittel:  Brechen sie jetzt ein oder doch erst nächste Woche fragt man sich ja doch immer irgendwie bei den Minnesota Wild. Sie brechen aber einfach nicht ein. Zuletzt haben sie zwar mal eine längere Zeit nicht gewonnen, nahmen aber immer den ein oder anderen Punkt mit und meldeten sich ausgerechnet mit einem Sieg bei den zuvor so starken Vancouver Canucks zurück.

Die beste NHL Mannschaft in den letzten 10 Spielen waren aber die Edmonton Oilers, die sich nach schwachem Start mittlerweile auf einen Playoff Platz geschoben haben. Bei den Kanadiern halten zwei Torleute zur Zeit richtig gut, während es auch bei ihnen zu Saisonbeginn nicht so toll lief. Tommy Salo wie Jussi Markkanen durften zuletzt Shutouts feiern. Das scheint auch eine neue Lieblingsbeschäftigung von Ed Belfour zu sein. Er ist ganz klar der Hauptgrund für den Aufschwung in Toronto. Am Wochenende bezwang er die seinem Team haushoch überlegenden New Jersey Devils fast im Alleingang.

Ein wenig aufwärts ging es zuletzt auch mit den Buffalo Sabres, bei denen Miroslav Satan und Martin Biron überragten. Ganz gute Leistungen zeigte dort auch meistens Jochen Hecht, der vor ein paar Tagen mal genau wissen wollte, welches Geräusch ein Puck so macht, wenn er gerade durch die Luft fliegt. Das wird er künftig aber nicht wieder machen. Satan wurde übrigens knapp vor Biron zum Spieler der Woche gewählt.

Auf ein richtig lustiges Ergebnis muss ich zum Schluss noch kurz eingehen. In der AHL trafen am Wochenende die Hamilton Bulldogs auf die Cleveland Barons. Hamilton verbesserte die Saisonbilanz dabei durch einen 15-1 Sieg auf 19 Siege, 6 Niederlagen, 1 Unentschieden und 2 Overtime Niederlagen. Hamilton ist übrigens das Farmteam der Edmonton Oilers /  Montreal Canadiens und gleichzeitig die beste Mannschaft der AHL. Achso, beim Schützenfest gegen Cleveland hatte Hamilton - Verteidiger Francois Beauchemin eine +- Bilanz von +7 aufzuweisen und ein gewisser Chad Hinz sammelte 7 Punkte, während die Topscorer der AHL ( Benoit Gratton und Jason Ward ) auch an dem ein oder anderen Treffer beteiligt waren... . Wer mir ein Video dieses Spiels besorgen kann, wird fürstlich belohnt ! Okay, mehr als ein freundliches Danke ist eigentlich nicht drin, aber freuen würde ich mich darüber trotzdem... .  

Schlusssirene.

Absolute Spitze:  Marc Beaucage, Steve Walker, Christoph Brandner, Jason Podollan,  Mario Lemieux, Joe Thornton, Ilya Kovalchuk offensiv, Miroslav Satan, Martin Biron, Brad Isbister,  Boston Bruins, Edmonton Oilers, Hamilton Bulldogs.

 Schlechte Witze:  Hannover Scorpions, Chris Rogles, Alex Hicks, R.Schill, Martin Lapointe, Ilya Kovalchuk defensiv, New York Rangers,  Colorado Avalanche.



Kolumne geschrieben von:

Björn Brehe
bjoern2711@aol.com