Stage 3

Edinburgh - Stirling

66,22 Kilometer; 03:55:38 Stunden

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Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com )

Unsere Tage in Morpeth

Nachdem wir am Mittwoch bei Suzanne angekommen sind, ist es jetzt Samstagmorgen. Imke duscht, ich freue mich auf das Frühstück und nehme mir aber noch ein paar Minuten um die letzten beiden Tage endlich festzuhalten.

Die Räder ruhten die gesamte Zeit im Schuppen des typisch britisch Tora-Bora-mäßig abgesicherten Hauses unserer Gastgeber (komplexe Alarmanlagen, Bewegungsmelder, Mauer um Garten, Tretminen im Rasen (?)). Thema Rasen: das bisschen Grün im Garten wird von fast allen Briten wie ein Heiligtum gepflegt und gehegt, als würde Tim Henman auf dem eigenen Stück Gras morgen versuchen, endlich einmal Wimbledon zu gewinnen, wozu man aber auch in monatlichen Publikationen des Neighborhood Watch Programs dringlichst aufgefordert wird (lag im Wohnzimmer herum). Ähnlich wie in den USA scheint Community Pride + Identification hier wesentlich ausgeprägter als bei uns in Deutschland zu sein, was an für sich aber weder gut noch schlecht ist.

Schlecht hingegen ist die ziemlich amerikanische Angewohnheit vieler Engländer, maßlos Fish´n Chips zu fressen und schweinefett durchs Leben zu wandern, oder eben alternativ im Falle vieler junger Mädchen schon Kinderwagen vor sich herzuschieben, was angeblich besonders im wirtschaftlich rückständigen Norden ein häufig anzutreffendes Phänomen ist (später las ich noch eine Statistik nach der rund 4,5% aller Schülerinnen im Laufe ihrer Schullaufbahn schwanger werden).

Den ersten Tag verbrachten wir nach Bacon & Eggs zum Frühstück (oben im Foto) im überraschend attraktiven Newcastle, von dem ich eigentlich wenig erwartet hatte. Vor allem die Brückenkonstruktionen zusammen mit der komplett schwenkbaren Millenium Bridge waren recht sehenswert, ein Mittagsbuffet bei Pizza Hut rundete die Tour anschließend gekonnt ab. Kurz vor unserer Rückfahrt warfen wir noch einen Blick auf die Außenfassade des über der Stadt thronenden Stadions von Newcastles Erstligamannschaft, Newcastle United. Zufällig kam gerade der Manager des Teams an, als wir aus dem Haupteingang marschierten, grüßte uns nett und verschwand im Aufzug. Suzanne musste gleich nervös zu Hause anrufen und mitteilen, dass wir ihn gesehen hätten und er uns dabei auch noch gegrüßt hatte, mir wäre ein Blick ins stets ausverkaufte Stadion aber lieber gewesen (den verwährte man uns als wir danach fragten). Sowieso ist die Fußballbegeisterung schier unglaublich und die Trikots der Mannen Newcastles sind bevorzugtes Kleidungsstück auch abseits des Stadions. Vor allem kleine Jungen rennen überwiegend mit Kindertrikots durch die Straßen, während Buchhandlungen für größere Jungen extra produzierte Sunderland-Schmähschriften, eintausendseitige Jahrbücher mit einer Vielzahl an Statistiken (die selbst eine amerikanische Footballübertragung blass aussehen lassen, was die Stats angeht) und noch viel mehr was das Herz des omnipräsenten Fußballfans höher schlagen lässt.

Tragischerweise wurden wir am Abend Opfer des familiären Rituals der gemeinsamen Abendessen, so dass wir vier Stunden nach dem üblen Fressgelage bei Pizza Hut schon wieder vor dampfenden Tellern saßen (und das letzte Stück Pizza immer noch im Hals darauf wartete, in den Magen zu dürfen). Auch die stets fertig portionierten Teller Suzannes Eltern trugen kaum zu meiner Laune bei, hatte man mir doch auch noch extra viel aufgeladen. Zum Nachtisch gab es dann auch noch einen bestenfalls nach süßem Styropor schmeckenden Kuchen; man hätte platzen können…

Abends fuhren wir schließlich nach Alnwick, wo Harry Potter wohnt. Das beeindruckende Schloss Alnwicks war für die Außenaufnahmen im Film genutzt worden, am Abend aber schon geschlossen, so dass wir nicht mehr durch den Forbidden Forest stampfen durften, keinen Tee bei Hagrid bekamen und von einem Dementor gefangengenommen wurden. Für ein paar Fotos reichte der späte Besuch aber trotzdem.

Nach etwas hitzigen Diskussionen zwischen Imke und Suzanne bezüglich des weiteren Programms unseres Aufenthaltes fuhren wir dann gestern mit dem Bus in das nahe der Grenze zu Schottland liegende Berwick, wo wir einen gemütlichen Tag verbrachten, Imke verzweifelt feststellen musste, dass Mineralwasser in England bestenfalls in Gourmetgeschäften zu bekommen ist und nach einigen Stunden mit dem Bus durch die hügelige aber wunderschöne Küstenregion zurückfuhren. Zurück in Morpeth wollten wir vor einem Kinobesuch noch bei einem angeblich wirklich guten Italiener essen gehen. So wie halb Morpeth. Schon um sechs Uhr waren alle Tische besetzt, die einstündige Wartezeit kollidierte mit unseren Kinoplänen und nach ein paar Tiefkühlpizzen bei Suzannes Eltern kämpften wir uns in einem stickig heißen Kino durch „Pirates of the Caribean (Oder Fluch der Karibik)“, einen Film, den die Menschheit eigentlich nicht braucht. Andererseits ist es nach Jurrassic Park 3 erst der zweite Kinofilm auf einer Radtour und kann es mit diesem locker aufnehmen, was allerdings eher ein Indiz für Kontinuität als für Qualität ist.

Am Samstag, unserem dritten Tag, stand eine kleine Fahrt in Imkes Exheimat nach Sunderland auf dem Programm. Nachdem fortlaufend von Imke, Suzanne und selbst ihren Eltern davor gewarnt wurde, wie abgrundtief hässlich Sunderland ist, sah es vor Ort überraschenderweise alles recht nett aus. Ich weiß auch nicht genau wie ich es mir vorgestellt hatte, verbarrikadierte Läden, Obdachlose auf jeder versifften Parkbank, Müllberge bis zum Himmel, aber insgesamt hat mir Sunderland eigentlich wohl gefallen und so etwas wie einen wirklich signifikanten Unterschied zu Newcastle, abgesehen von der reinen Größe der Stadt, konnte ich nicht ausmachen. Zwar war es etwas suspekt, dass eine Reihe wenig attraktiver Wohnhäuser nahe von Imkes altem Wohnheim mit Alarmanlagen und glasbespickten Mauern aufwartete, hässliche Flecken hat aber wohl jede Stadt. Wir waren auch noch kurz in Imkes altem Wohnblock wo gerade drei Chinesen dabei waren, ein ziemlich stinkendes Huhn zu rupfen, richtig schön war es in dem eher an ein Gefängnis erinnernden Wohnheim aber nicht. Zum Schluss des Aufenthalts verschlug es uns noch ein Stündchen an den kleinen Strand Sunderlands, wo wir uns endgültig die Haut versengten. Wer kann denn schon damit rechnen im stets verregneten Nordengland Tageshöchstwerte von 31, 28 und 31 Grad Celsius zu erleben?

Der weite Fußmarsch zurück zum muffig düsteren Bahnhof Sunderlands (voller minderjähriger Mütter mit Kinderwagen) blieb uns allerdings erspart, da ich am Strandparkplatz ein älteres Ehepaar fragte, ob sie in Richtung Innenstadt zurückfahren würden. Sie taten es und nahmen uns zum Glück gerne mit. Gleich zu Beginn der kurzen Fahrt beruhigte uns der Opa am Steuer damit, dass er „pro-german“ sei, was durchaus nicht immer der Fall ist. Sein Sohn wäre in der Nähe von Mönchengladbach stationiert und er wäre selbst 1952 in Hameln gewesen. „Hameln, the Rattenfanger, you know?“  

!!!!! WEITER IM TAGEBUCH UNTER DEN FOTOS   !!!!!!!

Das gemeinsame Abendmahl mit Suzannes Familie. Warum seinen Laden nicht einfach "Billigfusel" nennen, wenn es so ist?
Imke und ich vor Hogwart Castle... ...oder auch Alnwick Castle genannt.
Angeblich haben diese Modeldeppen früher böse Menschen davon abgehalten, die Burg anzugreifen, da sie vor der versammelten Streitmacht Angst hatten. A Vogel an der Küstä.
Britisches Strandwetter; außer ein paar Kanuten war niemand am oder im Wasser, wobei selbst das schon Hardcoresport vom Feinsten war. Imke, ich und Suzanne auf dem Weg nach Berwick.
Die einzige Cola, die selbst Imke gerne gekauft hat. Leider gibt es immer noch keine Cola Light Vanille in Deutschland, aber vielleicht kommt sie ja noch einmal... Newcastle: Platz für noch eine Brücke ist immer!
Typische Straße im Stadtzentrum von Newcastle. Newcastle's Millenium Bridge. Eigentlich nicht weiter schön oder beachtenswert, vor allem, da es schon genug Brücken gibt. Das einzig Besondere an dem Ding ist allerdings, dass man es hochklappen kann, falls ein großer Kahn angedampft kommt.

Das Stadion von Newcastle United; leider ohne Besichtigungsmöglichkeiten für interessierte Gäste der Stadt. Ein weiteres Highlight von Newcastle: das Pizza Hut All-you-can-eat-Buffet. Mit 5.49 Pfund für britische Verhältnisse sogar ein echtes Schnäppchen!
Imke im wunderschönen Sunderland. Leider nicht so gut erkennbar: die Mauern aller Hinterhöfe dieser Straße nahe ihres ehemaligen Studentenwohnheims sind ordentlich mit Glas bespickt.  Englisches Kind am Strand (ist die Nordseeflut im Sommer eigentlich höher als im Winter? Ich meine, wenn viele Engländer baden gehen, könnte man doch denken....).
Miss Sunderland 2003. Ach ja: die Sonne schien auch ein bisschen. Aber wer zu spät daran denkt, den bestraft der Hautkrebs.

Fahrt nach Edinburgh mit dem Zug:  

Und lustig began sie, unsere Fahrt von Morpeth ins schottische Edinburgh. Irritiert landeten wir an Bord eines richtigen Zuges anstelle des geplanten Lokalbähnchens. Zwar durften wir nahe dem mit unseren Rädern beladenen Frachtabteil in der ersten Klasse sitzen, mit  4,20 Pfund wurde es aber auch gut teuer (tags zuvor von Morpeth nach Sunderland und zurück keine 6 Pfund, Sunderland liegt von Morpeth aus gesehen hinter Newcastle). Imke veranlasste das Ganze zu der sehr interessanten Aussage, dass es jawohl unverschämt wäre, für die kaum mehr als zehnminütige Fahrt etwa 12 Mark zu nehmen, also mehr als eine Mark pro Minute. Steckt dahinter also der Gedanke, dass man von öffentlichen Verkehrsmitteln etwas für sein Geld geboten bekommen muss? Etwas, dass sich in langen Fahrtzeiten, also langen Genusszeiten des Fortbewegungsmittels äußert? Bahngesellschaften würden bei dieser Annahme schnell alle Konzepte á la Wochenendticket über Bord werfen, die dumm-schnellen ICEs nahezu kostenlos fahren lassen und auf allen langsamen Regionalverbindungen, die selbst die 1-km-pro-Minute-Schallmauer noch unterbieten, ordentlich abzocken. Viel Bahn fürs Geld!

In Newcastle hatte dann unser Anschlusszug noch einmal 30 Minuten Verspätung, was laut Aussage von Suzannes Eltern eigentlich normal ist. Und ich dachte, dass die Deutsche Bahn bei uns ein schlechtes Image hat. Imke vergrub sich in einem am Bahnhof erstandenen Rätselheft, ich verschwand nach Hogwarts und irgendwann ging es für uns beide entlang der im Nebel versinkenden Küste nach Edinburgh, in eine Stadt, die mir gegenüber bislang stets in den höchsten Tönen gelobt wurde. Zu Recht?

Jetzt, zwei Abende später und kurz vor Aufbruch zur Radtour kann man diese Frage nur bejahen. Edinburgh gehört sicherlich zu den schönsten Städten Europas, wirkt wie eine unheimlich lebendige und mit angenehmen Pulsschlag pulsierende Metropole und zeigte sich nach etwas Regen am Vormittag von der sonnigsten Seite.

Wir schlenderten den ganzen Tag durch die schöne Stadt, kehrten im Internetcafé ein (wo ich leider von der 1:2 Niederlage des VFL

 

Osnabrücks gegen Karlsruhe in der Zweitligaheimpremiere lesen musste), mampfen im Hard Rock Café die traditionellen Tournachos zu Mittag und machten es uns am Abend auf dem Calton Hill gemütlich, von dem man einen wunderschönen Blick über die ganze Stadt hatte.

Anschließend standen selbstgekochte Nudeln in der Jugendherberge auf der Speisekarte und die freudige Überraschung, dass die Jugendherberge, in der zur Zeit bedingt durch das massenhaft Touristen anziehende Edinburgh Festival, im überbuchten Chaos 

Das Schmatzen der obligatorischen Tournachos im Hard Rock Café.

versinkt. Das Gute daran für uns? Man scheint total zu übersehen, dass wir zwei Nächte hier sind und bat uns nur, eine der mit 17.50 Pfund recht teuren Übernachtungen zu bezahlen. Morgen werden wir versuchen, einfach abzureisen und den Fehler unentdeckt zu lassen, wobei ich irgendwie aber auch glaube, dass durch das Samelsurium vollgekritzelter Blätter an der Rezeption sowieso niemand mehr durchsteigen würde und erkennen könnte, dass noch eine Rechnung über 2x 17.50 Pfund offen steht. Theoretisch könnte man als Jugendherberge auch den Computer zur Verwaltung von rund 50 Betten mit stets wechselnden Gästen benutzen, aber wenn es denn eine Mappe sein muss, in der wild mit Bleistift und Radiergummi herumgekritzelt wird, soll es mir recht sein.

Einmal abgesehen vom kleinen Rechnungsfehler ist die Jugendherberge aber absolut super (http://www.brodieshostels.co.uk/), wobei der Fehler ja auch nur zu unseren Gunsten geht. Eine klasse Küche, nett eingerichtete Schlafsäle (12 Betten), eine absolut fantastische Lage und ein insgesamt sehr nettes Publikum runden das Bild ab, so dass ich den Laden wirklich nur empfehlen kann. Für die zwei kostenlosen Übernachtungen darf etwas Werbung sein.

Nun ja, morgen geht es dann endlich aufs Rad. Fragt sich nur, ob der Wetterbericht Recht behält und es morgen nicht/kaum regnet (Regenwahrscheinlichkeit 10% bei 20 Grad), ob meine geflickte Kette mit Goldzahn den Belastungen einer Etappe standhält oder gleich wieder reißt und ob wir beide fit genug sind, die etwa 60 Kilometer nach Stirling ohne Probleme zu absolvieren. Und ob wir doch noch aufgefordert werden, 2 Übernachtungen zu zahlen. Fragen über Fragen…

 !!!! MEHR TAGEBUCH UND ENDLICH DIE ERSTE ETAPPE UNTER DIESEN FOTOS !!!!

Eine Dudelsackerin. Edinburgh, Innenstadt; die Stadt ist aber nicht so grau, wie sie hier scheint...

...dafür sind die Fish'n'Chips sicherlich noch leckerer, als der Gesichtsaudruck des Kindes erahnen lässt.  Das Edinburgh Festival beschränkt sich eigentlich auf hunderte kostenpflichtige Veranstaltungen (Theater, Ballett, Gesang). Kostenlos und auf der Straße kriegt man von dem ganzen nur auf einem kleinen Stück der Royal Mile etwas mit, dort ist dafür aber auch ein bisschen los. Zu viel sollte man allerdings nicht erwarten.
Wer komische Berge hat... ...darf sich auch komische Bauten bauen (zumindest dann komisch, wenn man sich vergegenwärtigt, dass man gerade in Schottland ist).

 

Die erste Etappe: Edinburgh - Stirling

„Wenn es nicht regnet, wird es nicht ganz so schlimm“, Imke zur ersten Etappe

Die erste echte Etappe liegt hinter uns. 66 halb hügelige, halb flache Kilometer liegen unter uns und ich sitze im „Common Room“ eines Backpackerhostels nahe des Bahnhofs in Stirling, zusammen mit vielleicht zehn anderen Gästen und Sass, dem Haushund, der im Minutentakt Streicheleinheiten bezieht, aber bestimmt dank all den verschiedenen Gästen im Laufe seines Hundelebens total beziehungsunfähig geworden ist.

Die Forth Rail Bridge, rechts die Forth Road Bridge.

Anfangs glich die Etappe heute so manch anderer in den Jahren zuvor, bei denen man sich mitten durchs stinkende und hupende Verkehrsgetümmel einer Großstadt wuseln musste, um endlich in schöne Radregionen zu kommen.

Richtig imposant wurde es erstmals nach 20 Kilometern vor der Forth Road Bridge, die neben der historischen und ebenso imposanten Forth Railway Bridge aufragte (gerade schmeißt der Angestellte des Hostels im Common Room eine leergetrunkene Bierdose herum, die Sass wild mit dem Schwanz wedelnd wiederholt). Angeblich wollten die Deutschen die Brücke im zweiten Weltkrieg zerbomben, waren dabei aber zum Glück wenig erfolgreich.

Nach der Brückenüberquerung mit Croissantpause mitten auf der spürbar schwankenden Hängebrücke, blieb die Fahrt erst einmal eher hässlich, wobei auch bis ins noch einmal 20 Kilometer entfernte Kinkardine eigentlich fast alles hässlich industriell geprägt war, wenn man einmal von 5 Kilometern auf einer wenig befahrenen Nebenstraße absieht.

Bei unserer Ankunft in Kinkardine wurde es plötzlich stark bewölkt und auch meine Stimmung wurde durch das abschaumhaft hässliche Kinkardine ordentlich gedrückt. Eine kurze Pause mit dem Besuch eines total versifften und unter Wasser stehenden Klos an einer stark von Lastwagen frequentierten Tankstelle konnte auch kaum etwas helfen, zum Glück waren aber die letzten 15 Kilometer abseits der Hauptstraße und entlang einiger Dörfer auf dem Weg nach Stirling endlich wirklich schön, wobei auch die Sonne pünktlich zur netten Umgebung wieder zu scheinen begann.

Unternommen wurde in Stirling am Etappenende nicht mehr ganz so viel. Wir kauften noch im Supermarkt um die Ecke ein, kochten Spaghetti mit einer Tiefkühlpizza als Vorspeise und der dummen Idee, eine etwas wässrige Soße durch die Zugabe von Mehl aufzupäppeln (was zu einem ziemlich wenig appetitlichen Brei führte) und werden gleich in das Bett fallen (wo Imke gerade noch postkartenschreibend liegt) bevor es morgen vielleicht zum ersten Mal richtig hügelig wird. Die am Horizont sichtbaren Ausläufer der schottischen Berglandes lassen dieses zumindest stark vermuten.

Theoretisch sehenswert wäre in Stirling zudem das auch schon lange vom Rad aus sichtbare und über der Stadt thronende Schloss sowie das National Wallace Monument zu Ehren William Wallace, der mit 8000 Mannen mehr als 20.000 Engländer beim Kampf um Schottland besiegen konnte. Angeblich war dabei aber ein Großteil der disziplinlosen Soldaten auf Seiten der Engländer ziemlich besoffen. Als Dank für seinen heroischen Sieg wurde William Wallace allerdings später in London wenig freundlich geviertelt.

 

ich und Sass, der Wau-Wau des Hostels, im Treppenhaus