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Stage 5 | |
| Wien - Gyor | ||
| 141,27 Kilometer; 5:47:45 Stunden | ||

Tagebuch während der
Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com
)
„Irgendwann
funktioniert man nur noch“ Frank zur
spannenden Streckenführung
Etwa achteinhalb Stunden, also einen guten Arbeitstag, haben wir heute zwischen Abfahrt und Ankunft verstreichen lassen. Und dabei auch nichts außer einem Arbeitstag auf dem Rad gehabt. Zumindest gab es
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| noch schnell ein "Highlight" vor der Abfahrt, das Hundertwasserhaus... |
endlich einmal ein Frühstücksbuffet, auch wenn sich der
kulinarische Hochgenuss auf AYCE-Brötchen mit Marmelade beschränkte. Egal, mit
sechs Brötchen und vier Kaffee lies es sich gut lostreten, bis zum Abend
sollten noch vier weitere Brötchen, ein Stück Pizza bei Tesco in Ungarn, ein
McDoof Olympiasonstwasmaximenü und vier Joghurts folgen; Sportlernahrung pur!
Aber erst einmal zum Tagesgeschehen. Der
Himmel, morgens um sieben Uhr noch strahlend blau, wurde bald grau und grausig.
Zumindest regnete es nicht, so dass man sich nicht wirklich beschweren konnte,
aber durch die dunklen Gläser meiner Sonnenbrille herrschte den ganzen Tag lang
Abendstimmung.
Unsere Strecke selbst war auch
bestenfalls durchschnittlich interessant. Anfangs nervte Wien noch auf etwa
zwanzig Kilometern mit einer wahren Ampelarmee, danach nervten stark befahrene
Hauptstraßen ohne adäquate Radwege. Insgesamt verbrachten wir nur etwa 50
Kilometer abseits eben jener Hauptstraßen, auf denen uns im Verlauf des
Nachmittags auch regelmäßig auftauchende Schilder daran erinnerten, dass das
Befahren mit Treckern, Pferdegespannen und Fahrrädern generell verboten ist.
Aber sollten wir uns selbst eine Straße bauen? Eben…
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| Wollten uns nicht über die Grenze lassen: gelangweilte Wehrdienstleistende in Österreich |
…Thema Grenzübergang: intelligent wäre es gewesen, schon im Vorfeld darüber nachzudenken, weshalb manche Straßen, die laut Karte die Grenze zwischen Österreich und Ungarn
überschreiten, mit einem
Grenzschild versehen sind, andere jedoch nicht. Hatten wir aber nicht, so dass
wir verdutzt von zwei Grenzsoldaten aufgehalten wurden, als wir auf einer zwar
die Grenze überschreitenden Straße auf eine nichtexistierende Grenzstation
zuradelten (Foto vom geschlossenen Grenzübergang ganz oben, oder hier: Foto).
„Ich bin nicht aus der Gegend“, sprachs aus dem Soldatenschlund
und riet uns, zurück ins letzte Dorf zu fahren, um dort nach dem nächstbesten,
geöffneten Grenzübergang zu fragen. Machten wir aber nicht und radelten
stattdessen einfach einen als Radweg nach sonst was markierten Weg die Grenze
entlang, da der auf unserer Karte natürlich nicht verzeichnete Weg theoretisch
in Bälde zu einem tatsächlich existierenden Grenzübergang in Nickelsdorf führen
müsste. Letzten Endes war dis zwar auch der Fall, bis dahin dauerte es jedoch
nervenaufreibend lange, da der durchs Nichts führende Weg zwar alle paar
Kilometer an weiteren Grenzüberwachern vorbeiführte, die Grenzstation jedoch
in weiter Ferne blieb. Obendrein sollte es sich auch rächen, dass wir bislang
den ganzen Weg über heftigen Rückenwind hatten, der uns jetzt zutiefst
unangenehm von der Seite, oder noch schlimmer von vorne, in Empfang nahm.
Erinnerungen an übelste Vorbereitungsetappen im ostfriesischen Flachland rings
um Oldenburg wurden wach, als man tief über den Lenker gebeugt wie ein
Bekloppter gegen Windmühlen anradelte, dabei mit kaum mehr als 15-17 km/h
belohnt wurde und sich nichts mehr wünschte, als einen Urlaub am sonnigen
Strand gebucht zu haben. Auch Frank, der heute etwas besser in Form war und
langsam aufzuschließen beginnt, verfluchte den Wind nicht zu knapp. Belohnt
wurden die Mühen jedoch wieder nach unserer Grenzodyssee, da uns gen Nachmittag
hin ein erquickender Rückenwind in Richtung Zielort blies, wo wir nach etwa 140
Kilometern, also rund 19 Kilometer mehr als ursprünglich antizipiert, ankamen.
Frank irritierte zwar noch etwas mit der
Aussage (kurz vor dem Zielort) „lass ruhig schon mal früh gucken (nach einem
Hotel), ich muss heute Abend nicht mehr ins Zentrum“, die etwas gegensätzlich
zur Instruierung „aber nicht zu weit vom Zentrum“ stand, die er mir vor der
Touristeninfo für die gewünschte Hotellage mitgab (und erst Recht mit dem
zeitaufwändigen Abklappern diverser „viel-zu-teuer-Hotels“, nachdem mir in
der Touristeninfo ein günstiges Hotel am Bahnhof genannt wurde), letzten Endes
fanden wir dann aber doch noch zwei freie, erschwingliche Betten in einer günstigen
(20 Euro), guten (3 Sterne) und zentralen Herberge.
Und wie schaut Ungarn
aus?
Also, nachdem sich Tschechien und Österreich optisch nicht viel gaben, hat auch Ungarn bislang kaum Anlass zu Ost-Witzeleien gegeben. Einen Pferdekarren bekamen wir zwar schon zu sehen, die Straßen sind durchweg schlechter (aber durchaus gut) und die Lada/Trabant-Dichte ist um ein Vielfaches gestiegen, richtig schlecht oder arm ist man aber offensichtlich nicht. „Unspektakulär“ wäre vielleicht das passende Adjektiv, zumindest wenn man auch noch die langweilige Szenerie mit in Betracht zieht. Kurvenlos ziehen sich die Hauptstraßen durchs platte Land, Felder links, Felder rechts: zum Radeln einfach kein Paradies! Morgen dürfte es wohl kaum spannender werden, denn in Ermangelung sinnvoller Alternativen verbleiben uns bis Budapest lediglich Hauptstraßen, der Verkehr wird immens sein und abwechslungsreiche Hügellandschaften sind bis kurz vor Budapest selbst auch nicht zu erwarten. Zur Krönung des Ganzen werden es dann wohl auch wieder 120 oder mehr Kilometer. Sommerurlaub pur!

Aber: wollen wir Hügel?
Als Radler?
Jein. Ganz ohne jede Frage waren die heutigen 140 Kilometer, vor allem durchs Streckenprofil und den Rückenwind bedingt, eigentlich sehr einfach. Im Grunde genommen kam mir jede der bisherigen, durchweg kürzeren, Etappen sportlich herausfordernder vor, so dass ich unter diesen Gesichtspunkten eigentlich weiter aufs Flachland und den Wind hoffen müsste. Auch das zu Zeiten schmerzende Knie ist dieser Meinung.
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| ...hier durfte man dann über die Grenze... |
Andererseits wird es jedoch auf dem Drahtesel schnell nervtötend langweilig,
wenn man sieben Kilometer geradeaus gucken kann, bei 30 km/h kaum das Gefühl
hat, von der Stelle zu kommen und man auch noch ganz genau weiß, dass es auf
den nächsten 47,23 Kilometern genauso weitergehen wird. Irgendwann fängt man
dann mit Rechenspielen an, errechnet, wie viel Minuten man bei Tempo so-und-so
bis so-und-so bracuht und muss dann entsetzt feststellen, dass seit dem letzten
Durchschalten aller verfügbaren Tachooptionen nur 47 Sekunden vergangen sind,
also beim aktuellen Tempo so-und-so viele Meter…
„Irgendwann funktioniert man nur noch“, brachte Frank das Ganze recht gut auf den Punkt. Augen zu und durch, mehr halt nicht und wird auch morgen nicht helfen. Ausnahmsweise ist schon im Etappenvorfeld nicht der Weg das Ziel, sondern Budapest…
Nachtrag: Frank
hat am TV Bayern vs. Bayer Leverkusen auf ungarisch gefunden; zum Glück dürfte
mir somit meine heutige Schachniederlage erspart bleiben…
Nachtrag 2: Scheiß Bayern!
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Schachbilanz
(Sieg, Niederlage, Unentschieden; |
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