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Stage 12 | ![]() |
| Micoiu - Bukarest | ||
| 162,73 Kilometer; 7:29:49 Stunden | ||
Tagebuch während der
Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com
)
“Why
do you do this?”
Ich weiß es (manchmal) wirklich nicht. Wäre
die heutige Etappe nicht Bestandteil einer großen Istanbul-Radtour gewesen, hätte
ich mein Rad nach zehn Kilometern die nächste Böschung hinabgeworfen
und wäre
nach Hause gegangen. Schluss, aus, Sense…
Die unglaubliche Distanz der heutigen
Etappe und meine linke Wade, die mich einen Großteil des Tages dazu zwang, fast
nur mit dem rechten Bein zu treten, waren keine Kombination für ein angenehmes
Unterfangen oder etwas, das man gemeinhin mit „Urlaub“ betiteln würde.
Einzig und allein unsere Verabredung mit Dominic und die Aussicht auf einen
Ruhetag in der rumänischen Hauptstadt hielten mich irgendwie im Sattel. Spätestens
nach 6-7 Stunden fing mein Herumgegurke auch an, Frank mächtig auf die Nerven
zu gehen, so dass wieder Aussagen wie „wenn das nicht bald besser wird fahren
wir noch irgendwie bis zum Schwarzen Meer und brechen dann ab“ die Runde
machten.
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| Straßensperre auf rumänisch: streunende Köter in den Bergen. |
Ich will es aber nach wie vor mit dem Rad
bis an das Ziel schaffen, vor allem, da ich die aktuellen Probleme mit der Wade
schon zwei Mal hatte und weiß, dass es zwar schmerzhaft, aber nicht dramatisch
ist. Spaß ist natürlich etwas anderes (so oft wie beim diesjährigen Tagebuch
habe ich das noch nie geschrieben, glaube ich), aber irgendwie war auch die
heutige Etappe dann fast noch interessant, da ich quasi einbeinig tretend viel
mehr Zeit hatte, die zuvor immer höllisch flott vorbeiziehende
Landschaft zu
genießen.
Pferdekarrenmäßig dürfte heute auch der absolute Rekordtag gewesen sein, da man auf der, einer nahen Autobahn gen Bukarest sei Dank, E81 kaum Verkehr antraf. Zumindest kaum Verkehr der ohne Hafer
funktionierte oder fortwährend auf die Straße schiss…
Die Qualen des Tages, am Ende zumindest
noch erträglich gestaltet durch eine innovative Tritttechnik (linken Fuß aus
den Klickpedalen ausklinken, mit der Hacke auf das Pedal, Fuß anziehen, damit
Wade gedehnt wird/bleibt und Pedal nur aus dem Oberschenkel heraus
herabstampfen; sehr empfehlenswert, wenn die Wade nicht mehr will…) , sollten
sich aber bezahlt machen.
Rund zwölfeinhalb Stunden nach unserer Abfahrt trafen wir schließlich, kurz nach dem lang herbeigesehnten
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| Hässliche Industrieanlagen entlang der Strecke. |
Ortsschild von Bukarest, Dominic. Nun galt es noch einmal, etwa zehn Kilometer durch das Verkehrschaos von Bukarest hinter seinem Wagen herzuradeln, da unsere Vehikel in der Garage eines Freundes einquartiert werden sollten. Mühsamst versuchte ich, an Frank und Dominics Karre dranzubleiben, hatte dann aber oft das Glück, dass sie von roten Ampeln eingefangen wurden. Dominic hätte auch daran denken können, dass wir nicht Lance Amstrong und Jan Ullrich sind, tat dies aber nicht und drückte ordentlich auf die Tube. Schon auf diesen Kilometern durch die zweieinhalb Millionen zählende Metropole wurde offensichtlich, weshalb man
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| Endlich geschafft: Bukarest! |
noch nie von Bukarest als Geheimtipp für Städtereisen gehört hat. Ohne Rücksicht auf architekturische Verluste war die Stadt unter Ceaucescus platt gemacht worden. Große „Prachtboulevards“, sozialistische Wohnbunker soweit das Auge reicht (zumeist mangelhafte Bausubstanz, die ganze Stadt droht einzufallen), kaum etwas, was wirklich als schön haften blieb: Nein, wirklich empfehlenswert schien
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| Die letzten 50 Kilometer: geradeaus und flach. |
die Stadt auf den ersten Blick nicht zu sein.
Einen etwas besseren Eindruck von
Bukarest bekamen wir dann nach am Abend, als wir mit Dominic und seiner
Schwester zuerst eine Open-Air-Bar besuchten und dann, als es kälter wurde, in
ein selbiges Etablissement ohne Open-Air-Charakter umzogen. Praktischerweise
wohnen wir fast direkt im Zentrum Bukarests (mit schönem Blick auf den abends
nett beleuchteten Palast Ceaucescus). Dominic hat uns seine Wohnung mitsamt
vollem Kühlschrank („you guys feel like home, take whatever you want“) überlassen
und ist kurzerhand zu seinen Eltern, eine Etage tiefer wohnen, zurückgezogen.
Glücklicherweise sind seine Eltern im Moment in Australien, so dass dort
momentan Platz genug ist…
So viel Gastfreundschaft hätten wir uns
natürlich auf gar keinen Fall erträumt. Ganz in diesem Sinne musste sich Frank
beim abendlichen Stadtbummel geradezu gewaltsam aufdrängen, um einmal eine
Runde bezahlen zu dürfen.
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| Unterwegs an einer Tanke: ein Klo... | Unterwegs auf der Straße: ein lieber, streunender Wau-Wau... | Nicht mehr lange unterwegs: Treffen mit Dominic in Bukarest. |
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Schachbilanz
(Sieg, Niederlage, Unentschieden; |
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