Ruhetag  
Kaikoura - Golf - Kaikoura
9,11 Kilometer, 00:27:00

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Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com )

Rekord: Geschafft! In bester Tiger-Woods-Manier toppte ich meinen alten 18-Loch Golfrekord (166) und habe nun eine Lebensbestleistung von 162 Schlägen vorzuweisen – wohlgemerkt für EINE Runde auf einer Par-72-Anlage.

Recht untypisch für einen Ruhetag verbrachte ich den halben Tag auf dem Kaikoura Golf Course und zelebrierte mein nichtexistentes Talent fernab jeglicher Leistungssphären die daheim zur Platzreife – ein Zertifikat, dass man wohl auch nur im bausparverrückten Deutschland erfinden und brauchen kann/muss – genügen würde. Kurz um: ich kann fast nichts, aber Spaß macht es trotzdem. Wenn ich den Ball wiederfinde...

Zwar habe ich theoretisch eine ganze Menge Ahnung, den Golfschwung habe ich mir bei Wikipedida abgekupfert und mein Schlägerwissen stammt von unzähligen PC-Partien Golf seit Klassikern wie Links vor vielen, vielen Jahren (Bildschirmaufbauzeiten von bis zu einer Minute galten noch als akzeptabel), in der Praxis hapert es jedoch fatal an der Umsetzung des wohl nur als passiv zu bezeichnenden Wissens. Putten geht wohl, Drives sind eine einzige Katastrophe und mit den Eisen rasiere ich regelmäßig den Ball, versetze jedoch höchstens jeden zehnten Ball auf eine einigermaßen akzeptable Flugbahn. Zumindest endete die objektiv betrachtet beschämende Runde mit 9 der letzten 10 Löcher im einstelligen Schlagbereich, was auch schon eine bemerkenswerte Serie darstellt. Der eine Ausrutscher ging dann auch gleich mit 15 Schlägen in die Wertung ein und die drei Löcher vor der „bemerkenswerten“ Schlußserie wurden auch nur mit 40 Schlägen absolviert, aber am Ende ist Rekord Rekord. Immer wenn man denkt, dass man irgendetwas langsam ein bisschen kann, zeigen einem die Golfgötter wieder schnell, dass es doch alles nur pures Glück in einem Meer des Unvermögens war, aber ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn, pflegt man doch zu sagen.

Irgendwie las ich die Tage, dass Deutschland 80 Golfplätze hat, was mir etwas wenig erscheint. Nichtsdestotrotz hat Neuseeland gleich 400, was eine ganze Menge ist – bei vier Millionen Einwohnern. Drum spielt auch jeder Bauer den Sport, der bei uns nur hochnäsigen Clubhausspasties vorenthalten ist (aus Interesse stellte ich fest, dass der Eintrittsbeitrag des Oldenbuger Golfvereins lockere 4000 Euro beträgt, zusätzlich zu Jahresbeiträgen nahe den 1000). Schade eigentlich, da es ein wirklich netter Zeitvertreib ist, dem man in Neuseeland auch relativ kostengünstig nachgehen kann. Der exzellente Karori-Kurs in Wellington nimmt beispielsweise 200 Dollar Jahresbeitrag von Studenten, hier in Kaikoura wären es 320 Dollar, unermäßigt sogar, da es keinen Studentenbeitrag gibt – oder 530 für verheiratete Paare. Und vonkostenpflichtig zu erwerbenden Platzreifen hatauch noch nie jemand etwas gehört...

Haus auf Reisen: Umzug in Kaikoura...

Außer Golf passierte heute aber auch wenig. Ich vergnügte mich etwas im Hot Spa Pool, nahm zustimmend einen recht leckeren Wetterausblick wahr und las jede Menge in Dan Brown’s schrecklichem „Digital Fortress“, der den Überwachungsstaat als etwas Erstrebenswertes erscheinen lässt. Der „Da Vinci Code“ war zwar wirklich gut, sieht man einmal vom arg gekünstelten Ende ab, aber Dan Brown muss man nach „Digital Fortress“ einfach nur noch hassen. Subtil eingestreute Aussagen wie „Menschen verzichten gerne auf etwas Privatsphäre wenn dadurch Terroristen...“ nerven und der größte Terrorist der Welt, die US Regierung, kommt verdammt gut weg und werkelt im Hauptplot des Buches an einem nur halbherzig von Brown kritisiertem Verschlüsselungsalgorithmus für E-Mails herum, der den Überwachungsstaat perfektionieren würde. Heil Sicherheit!

Vielleicht sollten einem auch von vornherein Bücher suspekt sein, auf deren Rückseite nur Kritikerstimmen zu anderen Büchern des Autors, vornehmlich des „Da Vinci Codes“, abgedruckt sind...