Tag 4: dumpling hut - sandfly point (18 km)

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Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com

Ausschlafen – entspannen – fressen und abhängen: so ungefähr lautet unsere weitere Reiseplanung bis übermorgen früh, wenn es zurück in den (nassen?) Sattel geht.

Ruhepause hoch zu Baume

Für einen Franzosen in unserem Hostel hier in Te Anau sieht die Planung etwas anders aus. Um vier oder fünf aufstehen, um sechs Uhr an der Startlinie der Kepler Challenge stehen und dann den sechzig Kilometer 

Die Dumpling Hut früh am Morgen

langen Wanderweg laufen – eine Leistung, die morgen 400 ambitionierte Läufer und Läuferinnen in Angriff nehmen werden. Unsere ganzen Abenteuer verkommen im Vergleich zum etwas besseren Frühsport. Stock und Stein, auf- und ab: normalerweise ist der Kepler Trek für drei bis vier Wandertage konzipiert. Unser Franzose, auf die sehr trocknenen Streckenverhältnisse verweisend, antizipiert bestimmt neue Rekordzeiten. Der bisherige Rekord liegt im Bereich von, man lese und staune, vier bis fünf Stunden. Amen. Viel Glück.

Von solchen Leistungen träumen wir nicht einmal und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich nie ausreichend Motivation hätte, mich entsprechend auf solcherlei Wettkämpfe vorzubereiten. Unsere letzte Etappe, immerhin 18 Kilometer, absolvierten wir heute allerdings auch recht flott, da wir statt der 15:15-Fähre nach 

Geschafft: Vier Tage, 33.5 Meilen plus diverse Abstecher, unzählige grandiose Fotos - zweifelsohne eine gelungene Sattelauszeit.

Milford Sound noch die Fähre um zwei erwischen wollen. Schon um halb acht stratzten wir los, etwas vorm Air Canada Express, der uns selbstredend recht schnell überrollte, und erreichten um kurz nach eins den Bootsanleger am Ende des viertägigen Trecks – locker achzig Minuten später als der ACE. Jeglicher Sinn einer solchen Hatz bleibt mir verschlossen, da man einfach keine Zeit haben kann, irgendetwas zu genießen, wenn man jede Stunde 6-8-9 Kilomter abreißt.

Furchtbar viel zu genießen gab es am letzten Tag, der einen genauso einfach wie große Teile von Tag 1 und 2 einfach nur aus dem spannendsten Teil des Trecks hinausführte, nicht. Einige Wasserfälle hier (gähn), ein See da: das Auge hat sich mittlerweile daran gewöhnt, so dass Frank die über dem weltberühmten Mitre Peak heranziehenden Wolken auch schnell als Signal verstand, nicht noch einmal fünfzig Dollar für eine Bootsrundfahrt auszugeben. Gut so, denn direkt um halb drei erwischten wir noch einen Bus nach Ten Anau, so dass wir recht früh wieder im Hostel waren.

Morgen wird es ganz entspannt mit dem Bus nach Queenstown gehen, wofür wir mitsamt unserer Räder komfortabel um viertel vor zwölf vom Hostel abgeholt werden. In Queenstown steht dann außer dem blubbernd warmen Spa Pool im Hostel und dem Pizza Hut Buffet keinerlei sportliche Ertüchtigung auf dem Programm. Unseren Franzosen, um zwölf Uhr bestimmt schon fast am Ende des Kepler Treks angekommen, werde ich keine Sekunde beneiden.

Wie am Anfang, so zum Ende: mit dem Boot zum Trek, mit dem Boot vom Trek weg: "Fähren" (falls das Wort für das kleine, rot-weiße Boot nicht übertrieben ist) verlassen den Sandfly Point um vierzehn und fünfzehn Uhr, um die fleißigen Wanderer und Wanderinnen nach vier Tagen zum Besucherzentrum am Milford Sound zu transportieren. Links noch ein Foto des weltberühmten Mitre Peaks (kein Kiosk in Neuseeland ohne eine Postkarte davon) in Normalform, denn das Propagandawetter der meisten Postkarten ist alles andere als die Norm.