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Stage 7 | ![]() |
| Kohukohu - Ahipara | ||
| 71,98 Kilometer; 3:24:26 Stunden | ||

Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com )
Urlaub?
Urlaubsstimmung? Traumhostel? Gerade den ganzen Abend – keine Ahnung, wie
spaet es momentan ist – in der Kueche mit einer deutschen Radlerin (jawohl,
bin doch nicht der Letzte auf dem Rad!) und zwei Oesterreichern
stundenlang
ueber Radtouren, Urlaub in der Mongolei und Neuseelanderfahrungen gequatscht?
Alles Fragen, die heute mit einem klaren “ja”
zu beantworten sind. Urlaub!
Heute
frueh total abgekotzt, auf den ersten 10.4 Kilometern vier Mal umgezogen
(Regenklamotten an, aus, an, aus), fuer die ersten 20 Kilometer zwei Stunden
gebraucht, meine Sonnenbrille verloren und beim total entnervten Abradeln der
letzten Regenunterschluepfe hinter einem Busch wiedergefunden? Lauthals
geflucht, die Radtour verwuenscht? auch alles mit “ja”
zu beantworten.
31
Kilometer von Mohuiti bis nach Herekino stramm in den Wind geradelt, wieder
geflucht? Auch “ja”.
Der
Urlaub hat eindeutig zwei Gesichter: eines davon ist eine ziemlich haessliche
Fratze, dass andere ist nett und freundlich und zeigt sich meistens, sobald ich
in meinem Hostel eingekehrt bin. Mit
anderen Backpackern schnacken, Kochen, im Waremn ueber den bestialischen Wind
fluchen (und es ist auch nur noch alles halb so schlimm): was soll man von
dieser Tour ueberhaupt noch halten? Unterwegs war ich mir sicher, heute Abend
einige Hetz- und Moserzeilen in mein kleines, rotes Tagebuch zu schreiben, jetzt
geht es mir aber wieder richtig gut. Der Radeltag trug
zwar kaum dazu bei: zu
viel Wind, zu viele Schauer und zu wenig Sonne, dafuer aber die letzten
eineinhalb Stunden durchgaengig (die Sonne), was es vorher auch auf der ganzen
Tour noch nicht gab.
Etwas
zweifelnd stehe ich auch dem Vorhaben des Capes, meiner “Mission”,
gegenueber: die deutsche Radlerin aus Muenster, eigentlich fuer drei Monate nach
Neuseeland geflogen und jetzt seit fast Fuenfen mit dem Drahtesel auf insgesamt
5900 Kilometern unterwegs, hat es vorgestern nach zwanzig Kilometern aufgegeben:
der Wind zwang sie dazu, da die Strecke “nach oben” (da spricht der
Geographe) relativ unangenehm und ungeschuetzt scheint. Ich bin wahrscheinlich
nicht fitter als sie, aber koennte von einem leichten Gewichtsvorteil (kein
Campingequipment am rad) und besserem Wetter profitieren; morgen laut
Wetterbericht weniger Showers und wneiger Wind, von Sonnenschein im
Wetterbericht jedoch nach wie vor keine Spur. Rein prophylaktisch habe ich auch
zwei Hostels reserviert – eines nach ca. siebzig Kilometern (
Hier sitze ich nun, gespaltenes Urteil ueber meinen Urlaub inclusive und weiss nicht einmal, ob die morgige Etappe
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| Ein windiger Morgen; Blick über den Hokianga Harbour zurück auf Rawene. |
meine Vorletzte oder vir Vorletzte vor der zweiten
Halbzeit ist. Heute Mittag haette ich fuer ein schnelles Ende plaediert, Abende
wie diese stimmen
Ich bin zum absoluten Backpackerfan geworden. In keinem anderen land der Welt wuerde alleine-reisen wohl soviel Spass machen wie hier in Neuseeland. Guenstige Unterkuenfte, meistens spitzenklasse, oft Haushund oder Hauskatze, nette andere Gaeste (die mir heute wirklich Lust auf die Mongos und die Mongolei gemacht haben), fast alle auch allein unterwegs, absolutes easy-going: wieso sollte ich in Wellington abhaengen und mir mit Pro Evolution Soccer 4 die Ferien wegzocken, wenn man doch auch so geile Abende fuer den kleinen Preis von etwas
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| Das Wetter, ja, das liebe Wetter: mal so, mal so, alles mehrfach am Tag. |
Regen am Tag
haben kann?
Ahipara
liegt ganz nebenbei am Suedende des beruehmten Ninety-Mile-Beaches, der
natuerlich keine neunzig Meilen lang ist und auch nicht direkt zum noerdlichsten
Punkt Neuseelands fuehrt.
Der
tatsaechliche, noerdlichste Punkt liegt viele Kilometer am Ende vieler
unwegsamer Schotterstrassen entfernt im Osten, aber dort wird es auch
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| Ankunft am Hostel: Wau-wau wartet schon. |
nichts
zu sehen bekommen, da der Landstrich zum Kap hin gut zehn Kilometer breit ist
und die im Landesinnere verlaufende
Strasse hoechstens mal einen Blick gen
Kueste zulassen wird. Mit Wind aus Suedwesten und etwas Schutz durch die duenen
oder Waelder ist es vielleicht auch besser so.
Nachtrag:
draussen, auf der Veranda, zupft gerade ein Gast Metallica’s “Nothing Else
Matters” auf der Gitarre und mir faellt gerade noch ein, dass Tanja, die
Radlerin aus Muenster, von einem Typen erzaehlte, der zu Fuss durch Neuseeland
latschen wuerde. Ab und zu wuerde er auch einmal eingeladen und dafuer auch von
Leuten mit dem Auto nach Hause mitgenommen. Natuerlich besteht er auch darauf,
am naechsten Tag wieder genau dorthin zurueckgebracht zu werden, wo er
aufgesammelt wurde. Fuer manchen mag dies bescheuert klingen, aber ich kann es
voll und ganz verstehen, auch wenn ich mir selbst zu Fuss etwas zu langsam
vorkaeme. Ich selbst schlug auch schon einmal auf der Suedinsel das nettgemeinte
Angebot eines Kiwis aus,
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Auch wenn es morgens tierisch wehte und vormittags gut regnete, war es insgesamt eigentlich ein ganz netter Tag. Wirklich klasse war auch der Strand in Ahipara, quasi "südlich" von diesen Zeilen. |
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