Stage 17  
Helensville - Auckland
 56,28 Kilometer;  2:48:28 Stunden

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Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com

Wie schon so oft gibt es keinen zeitgleich geschriebenes Tagebuch von der letzten Touretappe. Knapp drei Wochen ist es her, das ich mein Rad in Auckland zum letzten Mal ans Ende einer Etappe schleppte. Statt drei Stunden und 'nem bisschen erreichte ich Auckland von Helensville aus in 2:48 Stunden, was aber weniger mit einer verbesserten Form als mit besseren Windverhältnissen zu tun hatte. 56 Kilometer, wenig davon spektakulär, viel Vorstadtgeplänkel in Auckland und eine tiefe Zufriedenheit, als sich der Kreis wieder schloss: Teil vier wurde am Ende doch noch ein voller Erfolg mit Sternchen oder Fußnote; nach siebzehn Tagen auf dem Rad und vielen schönen Kilometern scheinen die Qualen der Anfangsetappen mehr als 6-800 Kilometer entfernt.

Am Ende verbrachte ich vor meiner abermals extrem langweiligen 2355-stündigen (okay, nur dreizehn) Zugfahrt nach Wellington noch einen Tag in Auckland. Bisher hatte ich nur ein recht schlechtes Bild der einzigen Metropole Neuseelands gehabt, woran aber auch dieser Tag wenig ändern konnte. Auckland ist und bleibt einfach ungemütlich. Sicherlich ist Wellington auch keine schön gewachsene Stadt wie man es aus Europa kennt, aber Auckland ist in vielen Belangen einfach nur asozial, oder eben typisch amerikanisch. Okay, die Verallgemeinerung ist unfair, da Käffer wie Boston oder San Francisco auch schön sind; Auckland-ähnliche Baukastenstädte wie Dallas oder Denver hingegen jedoch nicht. Zumindest war es oben auf dem Fernsehturm von Auckland noch ganz nett, da große Städte von oben immer besser aussehen als von "unten", wo es mich auch nicht ewig hielt. Die meiste Zeit verbrachte ich eigentlich in Buchläden

Kein Paradies für Drahtesel: Auckland

 oder bei Wendys, da Wellington zwar viel zu bieten hat, nicht aber die systemgastronomischen Annehmlichkeiten der leckersten Burger der Fast-Food-Welt. Trotz all meiner Kritik an Globalisierungsprozessen und der omnipräsenten Ver-Mcdonaldisierung in aller Herren Länder bin ich auch nur ein Mensch. Und Wendys Burger schmecken einfach. Sicherlich wäre es besser, wenn Neuseeland eigene Burgerketten, am besten gar keine Ketten, hätte, es Possumburger und Maorispezialitäten gäbe, aber, ach, meine Güte, ich kritisiere und esse halt gerne. Konsequenz sollte man eh nicht überbewerten; gerade gestern las ich die Mitschrift eines Radiointerviews mit Noam Chomsky, der sich am Ende damit verabschiedete, noch zu einem Spiel der Boston Red Sox zu wollen. Sicherlich kann man auch von Chomsky unendlich viele Zitate finden, in denen er die verdummende Sportkultur, die die Menschen davon abhält, sich um wahre Probleme zu kümmern, verteufelt (durchaus zu Recht); am Ende geht er aber auch zu den Sox. 

So, genug über Noam, Auckland und Wendys: weiter geht es mit Teil V, auch wenn das noch bis Weihnachten dauert...

...schreibt derjenige, der für das ganze Jahr allerhöchstens 2-3 Radtouren geplant hatte. Wer weiß, wann V wirklich kommt...

man muss es ja mal gesehen haben (fürs Gewissen wenigstens, sonst aber nicht): AUCKLAND