Stage 6
Hicks Bay - East Cape - Hicks Bay
 67,25 Kilometer; 3:38:35 Stunden

WB01343_.gif (599 Byte)     WB01344_.gif (644 Byte)    WB01345_.gif (616 Byte)

Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com )

 

„No hockey? Well, that is why we’re travelling”
(3 Montrealer bei mir im Hostel im Bezug auf den NHL Lockout)

Es war nicht nur eine gute Entscheidung, einen Extratag am Hicks Bay zu verweilen, sondern eine exzellente Entscheidung. Der Tag begann mit einem etwas wolkenverhangenem Sonnenaufgang um kurz nach sechs, steigerte sich dann über einen tollen Ausflug zum East Cape hinaus und endete mit einem fetten Abendessen, dass wir (die Montréaler und ich) für relativ teure 25 Dollar pro Nase beim Maorihäuptling unseres Hostels bestellt hatten. Chicken, Beef, Kartoffeln, jede Menge Salate, Eis, Küchen: für 25 Dollar konnte man, auch wenn es nicht günstig war, nicht klagen!  

Die Fahrt zum East Cape war auch klasse, wenngleich ich auch ohne das sonst so belastende Gepäck nicht wirklich schnell voran kam. Fotos hier, Fotos da, Fotos dort, etwas wenig Kraft in den müden Beinen und rund 15 Kilometer Schotterpiste pro Weg machten es auch nicht unbedingt einfach. Insgesamt waren es zwar am Ende nur lockere 67 Kilometer, was aber für heute auch alle Mal langte.

Als ich wiederkam, war unser Gastgeber gerade von einem Fischereiausflug wieder zurückgekehrt und hatte den Kanadiern einen fetten Fisch geschenkt – den sie in den Bucht dann aber auch selber ausnehmen mussten. Kein allzu schöner Anblick, und wenn irgendjemand mit einem Splattermovie-Messer in einem Fisch herumsägt, hineingeift und mir einen Klumpen Fischinnereien anbietet („want the liver?“), könnte ich schon kotzen. Auch wenn der Anblick auf eine morbide Art faszinierend war, zumindest für mich als „Stadtkind“. Ich bin zwar absolut kein Vegetarier und möchte auch keiner sein, der Akt der ursprünglichen Nutungsvorbereitung eines toten Tieres darf mir aber gerne erspart bleiben. Für mich, dumm und ignorant wie es sein mag, kommt das Fleisch aus dem Supermarkt.  

Das Wetter? Die Fotos dürften Bände sprechen. Einmal wieder war es sommerlich warm, die Farbe blau dominierte den Himmel und ich fühlte mich herrlich – vor allem als ich mich daran erinnerte, dass für Wellington gerade einmal 16 Grad prognostiziert worden waren. 166 Grad my ass...

Richtig urig war auch die ausgestorbene Straße zum East Cape hinaus. Vielleicht fünf Autos in rund zwei bis

...komische Fische, obendrein.
Die Montrealer verbrachten den Tag damit, Fische zu ermorden...

 drei Stunden, frei laufende Pferde und Kühe auf der Straße (es ist schon witzig, wenn fünf ausgewachsenen Kühe vor mir auf dem Rad weglaufen, wenn jede einzelne mich mit Leichtigkeit überrennen könnte), faszinierende Blicke auf die Küste, das Meer, sattgrüne Wiesen (Danke, dass es hier so viel regnet, danke auch, dass es dieses jetzt nicht tut!) und ein relativ schwitziger Aufstieg über 700 Stufen zum hoch über dem Meer ragenden Leuchtturm am East Cape hinauf – immerhin der östlichste Punkt Neuseelands. Es mag zwar nichts Besonderes sein, aber für ein paar Minuten die östlichste Person auf neuseeländischem Boden zu sein ist komisch, witzig und, genauso wie der ausgenommene Fisch, irgendwie faszinierend. Komisch ist auch, dass ganz Neuseeland mal gerade so viele Einwohner wie Berlin hat, aber das ist eine andere Statistik...

Interessant war auch noch mein Schnack zusammen mit den Montréalern über den derzeitigen Stand der NHL. Interessant insoweit, als dass sie sich durchaus wieder genauso interessiert zeigen werden wie vor dem Lockout – wenn er denn einmal endet. Beim Gespräch merkte ich auch einmal wieder, wie sehr mir die NHL eigentlich doch fehlt. Auch wenn ich es schon manchmal anzweifele, aber ich werde genauso als Fan zurückkehren, wie die Montréaler. Voraussetzung? Vorerst nicht noch ein Jahr Pause, bitte. Prinzipiell kann die Liga ja auch gar nicht so dumm sein, aber das hat man auch schon vor dem ersten Lockoutjahr gedacht.

Fotos von der Fahrt zum East Cape hinaus; traumhafte Straßen an einer atemberaubenden Küste.
Mein Hostel am Hicks Bay - einsam... ...bis auf wenige Touris und ein paar Strandbewohner.
Links oben: Schotterstraße zum East Cape hinaus - daneben: Blick vom Klo (Dixi-Klo-Style) des Hostels - links ich morgens beim Sonnenaufang und unten einfach bloß ein Haufen Flattervieh.