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Stage 1 | ![]() |
| Cheviot - Spotswood | ||
| 14,87 Kilometer; 0:37:12 Stunden | ||
Tagebuch während der
Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com
)
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...tschödö Wellington! |
„There
is a wedding in town, we are full“
„Sorry, but have you tried…”
“I can’t help you…”
Zweierlei Überraschungen:
1) Cheviot, 1000 Seelen stark, hat ein Hostel, zwei Motels und einen
Campingplatz
mit
Backpackercabins. Verdammt viel für so ein bedeutungsloses Nest. 2) Alles war
ausgebucht, als ich am Ende meiner spontan gebuchten Flucht aus Wellington aus
dem Zug stieg.
Eine
Hochzeit hatte mir gründlich den Plan vernagelt, meine kleine Nordinseltour bis
zum tatsächlichen Start der Vorlesungen am 21.02 mit einer Übernachtung in
Cheviot zu beginnen. Zu Stande gekommen ist die Tour, da ich etwas überraschend
keine sich über zwei Wochen erstreckende „Orientation“ an der Uni hatte,
sondern als Postgraduate-Student schon nach Woche 1 voll eingeschrieben und
angemeldet war. In Woche 2 finden zwar
auch noch Einführungsveranstaltungen und Kennenslernaktionen statt, dann aber
auch mit all jenen First Year Students, die als gerade 18-19 jährige ins
Studentenleben wechseln. Pizzaabende und Blind-Date-Spiele mit dem Kindergarten
müssen aber für mich nicht unbedingt sein und einige Leute, überwiegend
andere Deutsche und davon überwiegend Juristen (auf der Flucht vor der
Arbeitslosigkeit nach dem Studienabschluss daheim?), habe ich auch schon kennen
gelernt.
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| Andreas ihm sein Rad: Das Rad des Amis... |
Der Gedanke, eine Sommerwoche wenig ausgelastet in Wellington zu verplempern, nagte schon an mir, so dass ich eigentlich nur noch die
Frage beantworten musste, was ich denn
mit der Woche anfangen würde. Sicherlich kann man sagen, dass sich die Südinsel
für eine Woche kaum lohnt, andererseits lohnt es sich schon, ein wenig die
Nordspitze der Südinsel zu beradeln, wenn die Alternative das Abhängen in
Wellington ist. Also, here
I am on the road again...
Aber was sollte ich um 18:00 machen, als kein Bett aufzutreiben war? Ich zog kurz in Erwägung, einfach im „Bahnhof“ zu pennen, mir von der lokalen Fish`n`Chips Bude irgendeinen Scheiß zu holen und es gut sein zu lassen. Da diese Idee nicht so überzeugend schien, begann ich dann einfach die Reise ins 46 km entfernte Waia, was aber eigentlich auch total bekloppt war. Es war bewölkt, windig, kühl und bald dunkel, dazu wahrscheinlich auf den letzten dreißig Kilometern auch noch recht hügelig. Was tun?
Ich trat und grübelte und grübelte und trat und entschied mich dann ganz spontan in Spotswood (ca. 2 Häuser groß) zu fragen, ob ich meinen Schlafsack irgendwo hinpfeffern könnte. Eine gute Idee? Nein, eine fantastische Idee!
Ein älteres
Ehepaar erlaubte mir gleich beim ersten Versuch, bei ihnen zu übernachten.
Nicht im Gartenhaus, sondern im Gästezimmer! Was ich denn trinken wolle? Tee?
Kaffee? Saft? Ob ich schon einmal Crayfish gegessen hätte? Ich war mir
nicht sicher – aber beim Essen schmeckte Crayfish dann verdammt nach Hummer
(und
gut, sehr gut). Am Abend quatschten wir dann noch zwei Stunden über dieses und
jenes, ich erzählte
von meinem Studium, meinen Radtouren und noch vielem mehr und gegen halb zehn
entschied ich mich, ins Bett zu gehen. Die beiden schauten noch etwas in die Röhre,
ich verschwand in meinem Zimmer und schlief grinsend nach ein paar Seiten „The
Stand“ ein...
Auf der Fähre traf ich heute übrigens mehr Radfahrer, als auf der ganzen Nordinsel in zwei Wochen: sieben andere Radler wollten ebenfalls die Inseln wechseln, was mein oftmals doch so einsames Rad erfreute. Besonders interessant war Andreas, ein
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| Der Bahnhof von Mina, kein Witz. |
Typ aus Iowa, der gerade drei Monate durch Neuseeland radelt, sein Rad mit zig Kuscheltieren geschmückt hat, zu Hause sein Haus verkauft hat und sich nun überlegt,
noch ein halbes Jahr länger zu bleiben. Arbeiten könnte er überall, sagte er. Er sei so eine Art Anwalt / Gutachtenschreiber für Behinderte und er nicht viel, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. „I could work for people here from the States and for people from the States from here“, meinte er und ergänzte, dass er auch noch nie mehr als 15-20 Stunden die Woche gearbeitet hätte. Nachdem ich in den letzten Tagen eine Diskussion über die Helmpflicht (für Radfahrer in Neuseeland) mit einem Freund aus Deutschland hatte, war seinen Meinung zu diesem Thema auch interessant. „I am a strong believer”, sprachs und klopfte sich auf den Helm, den ihn seine Mutti geschenkt hat. Nach Jahren des Radelns ohne Helm war er gleich beim ersten Ausflug mit Helm auf den Kopf gefallen – das einzige Mal, dass er seitdem seinen Helm vergessen hat, musste er mit einer Gehirnerschütterung bezahlen. Fragt sich nur, wie er Rad fährt...
Amis...
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| ...Kahn auf der Fahrt in Richtung Cook Strait... | ...Gesteinsformationen Marlborough Sounds... |
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| ...noch auf der Nordinsel: Leuchttürme vor der Strait... | ...die Marlborough Sounds im Norden der Südinsel... |
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Rechts oben: keine Ahnung, um was es sich hier handelt. Rote Wasser? Daneben: Robben an der Küste, vom Zug aus fotografiert. Links: Mein Rad am "Bahnhof" von Mina. |