Stage 4
Bologna - Ruvigo
100.11 Kilometer; 4:55:24 Stunden

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Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com )

“Ich konzentriere mich nicht genug, hätte ich doch dies und bla…”, Frank philosophiert gerade über seine erneute Schachniederlage, relativiert wird das Gemurmel jedoch mit einem „eigentlich bin ich dir gar nicht böse“. Die Partie war 

Streets of Bologna

auf jeden Fall eine der bislang besten zwischen uns, wenn auch mit rund einer Stunde ein wenig nervig lang (Schachfans werden hier jetzt entsetzt aufschreien). 20 Minuten vor seiner Niederlage bot er auch noch ein Unentschieden mit den Worten „das kann jetzt eh keiner mehr gewinnen“ an. Tja, falsch gedacht oder falsch gepokert. Andererseits kostete die Frage auch nichts und hätte seine Bilanz bei .500 belassen (mit 1-1-1), statt dessen steht es 2:1 und ich bin bei .666.  Aber nicht das ich glauben würde, die Schachtour zu gewinnen…

Vorhin hatten wir im Anschluss an eine eher lockere Etappe durch das italienische Oldenburger Land (ziemlich flach, lange, gerade Strecken und viel viel Gegenwind, Höchstgeschwindigkeiten bei Brückenabfahrten) mit guten Wetter noch bei einem ganz guten Pizzamacher gemampft („Schachratte, bei so einer wie so ´nen Ninja Turtle bist du doch in die Lehre gegangen, du Arsch!“ (hier einmal ein großes „Thanx“ an Imke und Casey für die Pretourschachpartien))und bei einem Eiskugelinbechermacher Eis geschlabbert.

Am Vormittag radwanderten wir noch bis halb zwei Mittags durch das bei Tageslicht betrachtet doch sehr schöne Bologna (wobei Bochum immer noch Dreck ist) und gingen auf unserem „Bologna Shopping Spree“, bei dem Frank rund 150 Euro für ein neues Akkuladegerät unter die Bevölkerung brachte und ich für spöttische 28 Euro ein paar neue Fahrradhandschuhe bekam. Gute Fahrradhandschuhe. Mittlerweile versucht Frank ein wenig auszukundschaften wo wir morgen in Venedig anlanden müssen, wobei noch die minimale Sorge besteht, dass wir die Räder nicht in die Stadt bekommen. Man wird es sehen…

Nun ja, so furchtbar viel gibt es zur heutigen Etappe auch nicht mehr zu schreiben, wobei auffiel, dass das Phänomen der 

Shopping in Bologna: Akku für Frank, Handschuhe für mich...

Landflucht wohl omnipräsent ist, da wir in allen Dörfern entlang der Strecke eine Kirche, verlassene Straßen und den Rentnerverein an der lokalen Bar antreffen konnten. Und würden wir nur ein Wort italienisch quasseln, würden wir auch verstehen, was sie uns alle erzählen wollen. Nicht wenig, so viel verstehe ich. In dem Bezug sind mir dann winkende oder hupende Autofahrer lieber…(und man versteht was sie meinen, wobei man sich manchmal beim Hupen nicht ganz sicher sein kann, ob das Verhalten freundlich oder als Anzeichen leichter Genervtheit über Radfahrer auf der Straße zu deuten ist).

Also, jetzt noch ein Kapitel „Mr. Nice“, dann etwas mehr Schlaf als in der letzten Nacht, in der nicht nur Wasser Liter 8 bis 10 des Tages versoffen wurden sondern ab halb zwei auch unglaubliches Herumgeschreie im Innenhof (sehr schade, dass man nichts verstand) das Pennen verhinderte. Ebenso wie etwas mehr als 25 Grad bis zum Sonnenaufgang, der dann mit Lärm von einer nahen Baustelle einherging. Ich erinnere mich noch sehr gut an herrliches Herumgeschreie in meinem Appartementbau als ich noch in Köln wohnte und es unter mir richtig schön vulgär zoffte. Letzte Nacht war mindestens dieselbe Liga. Ich sollte italienisch lernen…

Das kaum mögliche Schlafen war nach der letzten Etappe so ziemlich genau das, was man nicht brauchte, hier werde ich jetzt aber angenehm die Klimaanlage auf 21 Grad stellen und schlummern.

Schachbilanz 2:1

 

 

Landschaft unterwegs... Wir unterwegs...
Ich unterwegs... Und abends keiner mehr unterwegs...