Stage 13
Gaeta - Velletri
94.23 Kilometer; 4:12:58 Stunden

WB01343_.gif (599 Byte)     WB01344_.gif (644 Byte)    WB01345_.gif (616 Byte)

Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com )

Mal wieder gut zum Affen gemacht, anders kann man die sich hier gerade abspielenden Szenen kaum beschreiben. Was passiert ist? Ich habe versucht, in einer Pizzeria eine gottverdammte Pizza zu bestellen, was aufgrund sprachlicher Barrieren dazu führte, dass die sehr lautstark redende Kassenkraft erst dachte, dass ich vier Pizzen wollte, dann irgendwann checkte, dass ich vier Sachen auf der Pizza haben wollte und die verzweifelte Konversation - mit Hilfszeichung auf einer Serviette - dazu führte, dass ein Haufen wartender Kunden ordentlich etwas zu lachen hatte. Ich sollte wirklich italienisch lernen...

Frank liest im Hotel bzw. der einzigen Hinterhofpension der Stadt gierig im zweiten Teil von Harry Potter. Heute hatte er ein wenig seinen platten Tag und ist nicht mehr willens, sich aus dem Bett zu entfernen. Das linke Knie zwickt angeblich auch ein bisschen. Zwei volle Tage Pause in Rom werden wohl kaum schaden, nachdem ich ja gestern ziemlich im Eimer war und auch Frank auf den harten Boden er Tatsachen

50 Kilometer ohne Kurve...

 zurückgeworfen wurde.

Die Etappe heute spülte uns erst 30 Kilometer entlang der leicht hügeligen Küste bis zu einer Strandpause in Terracina, von wo aus es dann 50 Kilometer auf einer schnurgeraden Allee durchs Landesinnere in Richtung Rom ging. 50 Kilometer ohne Kurve können im Auto schon ziemlich langweilig werden, auf dem Rad mutet das Ganze extrem öde an, wobei ich die ersten dreißig Kilometer der Strecke dank super Rückenwind in rund einer Stunde abspulte, danach aber dreißig Minuten pausierte um wieder alle Körperteile zu spüren. Ereignet hat sich den ganze Tag über außer der verdammt lustigen Szene hier vor versammelter Kundschaft denkbar wenig. Erst die nette Küstenstraße mit fünf Tunneln, eine unheimlich öde und niemals endende Allee und ein Anstieg auf 300 Meter gegen Ende hin, wo wir dann auch große Probleme hatten, gleich ein Hotel zu finden. Ich hatte in einem kleinen Handwerksladen Vater und Sohn hinter der Theke die gelben Seiten durchwühlen lassen, und nach nicht glückenden Konversationsversuchen hat man mir einfach den Stadtplan aus den gelben Seiten herausgerissen und in die Hand gedrückt. Die Pension, die wohl einzige der Stadt, hatten die beiden nach einiger Diskussion auch eingekringelt. Ich bedankte mich, sie erwiderten etwas, dass ich nicht verstand und wir fuhren ab.

Nach der Überraschungspizza (bin mal gespannt, was da gleich kommt) geht es dann wieder in unsere Pension, wo noch eine lecker gekühlte Cola Light und eine wohl üble Schachpartie auf mich wartet. Rom ist morgen nur noch einen Katzensprung entfernt, 200 Höhenmeter liegen noch vor uns und eine Abfahrt in die Stadt hinein bei höchstens vierzig Kilometern insgesamt. Laut BBC hatten wir heute 35 Grad. Man gewöhnt sich wohl an alles, richtig heiß kam es mir aber eigentlich nicht vor.

Schachbilanz: 2-6-1