| Stage 3 |
| Hildesheim - Schöningen |
| 90,95 Kilometer; 04:22:35 Stunden |
Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com )
Eigentlich wollten wir es heute bis nach Magdeburg schaffen, sind dann aber im Laufe des Tages nach und nach dazu übergegangen, dass kürzere Alternativziel Schöningen als Endziel zu belassen. Nicht ganz unschuldig am Verbleib auf der richtigen Seite des ehemaligen Todesstreifens (gleich im nächsten Ort) waren auch die wunderschönen Städte Salzgitter und Wolfenbüttel, in denen wir uns praktisch pausenlos verfransten, andauernd die Karte zu Rate ziehen mussten und von etwas weniger als einer
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| Björn, leicht verwundet, nachdem er bei einem normalen Rennunfall auf ein langsameres Rad auffuhr (Bernt) und mit Bodenkontakt belohnt wurde. |
Million Ampeln
daran gehindert wurden, wesentlich mehr als ein paar Kilometer in der Stunde zu
absolvieren. Wesentlich hässlicher als im Umland von Salzgitter kann man eine
Stadt
auch eigentlich nicht machen, anderseits wohnen die Leutchen aus
Salzgitter dafür zwar in einer hässlich-industriellen Umgebung, haben
allerdings noch einen Job. Das dürfte sich morgen und kurz hinter Schöningen
ändern, wenn wir nach Sachsen-Ahnhalt einrollen, in den blühenden Osten...
Technische Probleme gab es heute eigentlich kaum. Die Ausnahme davon bildete lediglich das Vorhaben an Björns Fahrrad richtige Pedale anzumontieren. Bislang fuhr er (ohne Klickschuhe) mit Klickpedalen, was angeblich im Laufe der Kilometer schon einmal zu schmerzenden Füßen führen kann. Im angenehmen Sonnenschein vor der Jugendherberge Hildesheim schraubten und würgten wir dann bis es uns zumindest gelungen war ein Pedal auszutauschen; das zweite "richtige" Pedal wollte einfach nicht in die marode Fassung von Björns Vehikel, so dass er sich dann mit einem Klick- und einem normalen Pedal auf die Straße wagte. Angeblich eine Verbesserung...
Der insgesamt bislang wärmste Tag blieb sogar weitestgehend trocken, sieht man zumindest von der letzten Stunde und der somit
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| Radfahrer auf der Überholspur... |
gar nicht schönen Ankunft in Schöningen ab, wo es einmal wieder richtig schüttete. Zu unserem Glück war die Jugendherberge bei unserer Ankunft jedoch schon ausgebucht, so dass uns der Jugendherbergspapa im wirklich großen Kaminzimmer im Obergeschoss unterbrachte. Eigentlich handelt es sich beim Kaminzimmer der Jugendherberge in Schöningen zwar um einen Aufenthalts- oder Gesellschaftsraum, nachdem aber erst einmal drei Zustellbetten aufgebaut waren genossen wir den Luxus eines riesigen Dreierzimmers fernab der einmal wieder schreienden Balgen, die alle Jugendherbergen von Norden bis Süden und Osten bis Westen während der Woche im Griff zu haben scheinen.
Abends gab es dann noch grandiose Fußballkunst zelebriert von der deutschen Fußballnationalmannschaft zu betrachten. Okay, übertreiben sollte man vielleicht auch nicht, aber der 2:1 Sieg im
EM-Qualifikationsspiel gegen
Berti Vogts Schotten war heute Abend mehr als nur verdient. Auch wenn ich in der
Regel kein großer Anhänger der deutschen Nationalmannschaft bin, muss ich
schon sagen, dass es an diesem Abend einfach nur Spaß gemacht hat, der
ausnahmsweise engagiert spielenden Truppe zuzuschauen. Ganz lustig waren auch
ein paar der dummen Kinder, die sich zu uns vor den Fernseher gesellten und uns
fortlaufend mit ihrem Intellekt begeisterten. Angefangen hatte es schon bei der
Nationalhymne, als die Kamera über den zugegebenermaßen meist unvorteilhaft
dreinblickenden Oliver Kahn schwenkte. "Geh doch Banane essen"
brüllte eines der Kinder und wollte dabei witzig sein, was in den Kreisen der
ähnlich sprachbegabten Kumpanen auch
nicht weiter schwer war (er hätte noch
ein "ey" oder "Arsch" an beliebigen Positionen einbauen
können, aber so richtig "drauf" hat es halt nicht jeder). Mir fallen
zwar nicht mehr allzu viele der wenig geistreichen Zitate der Rotzlöffel aus
Wolfsburg ein, aber zu lachen gab es eigentlich genug. Wenig überraschend
verlor die Bande (bis auf ein paar schweigend dasitzende Kinder) auch schnell
das Interesse am eigentlichen Spiel und verschwand kurz nach dem 1:0 für
Deutschland.