| Stage 2 |
| Porta Westfalica - Hildesheim |
| 98,21 Kilometer; 04:45:11 Stunden |
Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com )
Als Jens und Björn am morgen des zweiten Tages in ihre Schuhe schlüpfen wollten, erlebten sie ein (genau genommen wenig überraschendes) nasses Erwachen, welches sich jedoch mit dem besten Begleiter des Radfahrers, dem Fön, relativ schnell relativieren ließ. Björn fing zudem auch an sich anstelle von Socken gelbe Säcke "anzuziehen" da die Schuhe auch nach einiger Arbeit mit dem Fön immer noch alles andere als angenehm trocken waren.
Das größte Problem des gestrigen Tages, Björns Fahrrad, stand
ziemlich bald nach einem Frühstück mit recht zweifelhaften
Wurstwaren (leider
keine Fotos, farblich aber sehr interessant, eine angenehme
Knochenmarkknochenbreiblutwurst vielleicht?) auf der Tagesagenda. Für
freundliche 60 Euro erstanden wir in einem recht nahen Fahrradladen zwei neue
Schläuche und Mäntel, die
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| 60 Euro retteten die Radtour; zumindest für Björn. |
wir allerdings in Handarbeit montierten. 13 Euro für die Montage des Hinterrades und 10 Euro für das Vorderrad erschienen dann doch etwas horrend. Man könnte auch der Meinung sein, dass bei 60 Euro für Schläuche und Mäntel die Gewinnmarge schon stimmt, aber zum Glück wird man ja auch nicht gezwungen die von geübten Händen in 20 Minuten zu erledigende Arbeit mit dem ungefähren Preis eines guten Abendessens für zwei zu belohnen. Überraschenderweise hielt Björns Rad auch trotz seiner nicht total begeisternden Gesamtverfassung anschließend (nicht ohne Grund hatte der Besitzer unseres B&Bs bei unserer Abfahrt schmunzelnd/lachend gesagt, dass es in dem Radladen auch ganz neue Räder gibt).
Viel mehr ist den ganzen Tag über dann auch nicht mehr
geschehen. Die Strecke war am Anfang und gegen Ende hin etwas hügelig und
zwischenzeitlich flach (und am Ende die zweithügeligste der Tour), Björn
machte sich zwischenzeitlich bei einigen friedlebend ihre Gehwägelchen
schiebenden Omas unbeliebt die er mit einem lautstarken "Weg!" aus dem
Weg befördern wollte und Jens preschte wie ein Bekloppter auf das Ziel zu
während Björn und ich mit gemütlichem Respektabstand folgten. Vorausgegangen
war ein kleiner Gipfelsturm auf einen der unzähligen Hügel den Jens und ich in
bester Virenque und Pantani-Manier unter uns ausmachten und der letzten Endes an
mich ging. Nach der Gipfelerklimmung meinte ich dann etwas schnaufend zu Jens,
dass man durchaus auf Björn warten könnte. Jens guckte verwirrt, lachte laut
und preschte einfach unbeeindruckt weiter. Ich wartete auf Björn, unser Ziel
war noch mehr als 20 Kilometer entfernt und da wir uns (mit Karte) im Gegensatz
zu Jens (ohne Karte) bei der Einfahrt in Hildesheim noch ordentlich verfuhren,
hatte Jens zum Schluss mehr als eineinhalb Stunden Vorsprung an der wie immer
von schreienden
Kindern bevölkerten Jugendherberge.
Brav machten wir unsere Betten (Björn: "Bettlaken mache ich auf jeden Fall, wer weiß wie viele 13-jährige hier schon zum ersten Mal erfolgreich an sich selbst herumgespielt haben"), resümierten den Tag an dem Björn auch noch zwei Mal die Kette abflog und erfuhren über SMS, dass die lilaweißen Sportsfreunde aus Osnabrück am Abend mit 0:1 gegen Borussia Dortmund (Testspiel in Osnabrück) unterlagen. Die sportlich betrachtet wenig positiven (aber eigentlich auch nichtigen) Nachrichten verleiteten Björn dann zu der Aussage, dass er bei einer eventuell kommenden Niederlage des VFLs in Cottbus "Guido Spork seinen Lenker in den Arsch rammen würde". Man darf gespannt sein...