| Stage 5 |
| Straßbourg - Mühlhausen |
| 112.2 Kilometer; 5:27:23 Stunden |
Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com )
Vielleicht wolte ich es aufgrund des gestrigen Wetterberichts nicht realisieren,
vielleicht aber auch bedingt durch Erfahrungen der letzten Tour nicht gefährenden als
jeder Griff zur Sonnencreme einen Wolkenbruch zur Folge hatte, aber heute hatten wir die
erste jahreszeitentypische Etappe mit viel Sonnenschein und wenig Wolken vor der
strahlenden Scheibe.
Als Konsequenz des ganzen habe ich erst einmal eine eingebaute Heizung in den
Beinen und an den Armen, die krebsrote Farbe
steht mir auch ganz gut. Man
muss den Sunblocker wohl nicht nur mitnehmen sondern bei Gelegenheit auch benutzen, ab
morgen gelobe ich Besserung.
Wie dem auch sei, die Etappe war auf jeden Fall ein voller Erfolg und auch leider der schnelle Tod des frankschen Fehlerquotienten, da wir anstelle der anvisierten 80 Kilometer mit Übernachtung in Neuve-Brisach 112 Kilometer radelten und vor den Toren des angeblich ungeheuer hässlichen Mühlhausens landeten. Wir werden die Stadt aufgrund der Übernachtung in einem ziemlich billigen Formula One Hotel an der Autobahn zwar nicht zu Gesicht bekommen, schlimmer als Ludwigshafen wird es aber bestimmt nicht sein. Vielleicht liegt es auch daran das die ganzen Peugeot-Werke nicht so stinken wie BASF.
Insgesamt verlief die Etappe auf jeden Fall ereignisloser als in den letzten
Tagen, was aber nicht unbedingt schlecht sein musste und zumindest die Landschaft heute
mehr als sehenswert war. Nach 50.6 Kilometern erwischte es zwar an Franks Fahrrad mal
wieder eine Speiche und sein Fahrrad ging in der Disziplin "Speichenbrücbe" mit
2:0 in Führung, die Reparatur konnte aber mittlerweile selber erledigt werden; wenn
Sonntags mitten im Nichts eine
Speiche bricht steigt die Lernfähigkeit
dramatisch an. Irgendwo entlang eines Kanales auf der heutigen Etappe, Frank warf schon
wieder Staubwolken am Horizont auf, rollte ich noch in humanem Tempo an 3 fischenden Opas
vorbei von denen auch 2 gleich an meinem Rad standen und mir sagten, dass der Weg entlang
des Kanales in einigen
hundert Metern zu Ende ist. Zwar ist
dies eigentlich nicht sonderlich erwähnenswert, die beiden Typen waren aber auf jeden
Fall wie direkt aus der Muppets Show. Rund und klein gewachsen lieferten sie dann Dialoge
wie den folgenden ab:
Opa 1: Da hinten rechts lang gibt´s ne Brücke über den Rhein.
Opa 2: Brücke über den Rhein!
Opa 2 lieferte halt immer Zusammenfassungen des vorausgegangenen Satzes von Opa 1 ohne Verwendung von Verben oder anderen wichtigen Satzbestandteilen, leider hatte ich gerade kein Diktirgerät dabei ansonsten hätte man die Typen locker zu Stefan Raabs TV Total bekommen.
Und da wir ja am Wetter vorerst nichts mehr zu nörgeln haben könnte jetzt ja vielleicht auch noch einmal jemand den verdammten Wind drehen, aber man kann ja nicht alles haben...
Nachdem Frank dann gleich erst einmal geduscht hat werden wir wohl noch zum Chinesen auf der anderen Straßenseite gehen bevor ich dann noch einige Schachpartien verlieren werde. Am Abend geht´s dann auch mit "The Great Gatsby" (ein wenig Literaturgeschichte muß auch mal sein) los, die Reisebibliothek wird eröffnet. Auf großartige Sightseeing-Touren wird man hier wohl verzichten müssen, durchs Fenster rauscht die Autobahn und außer ein paar anderen Hotels, dem chinesischen Restaurant und ein paar Speditionen scheint dieser Fleck der Erde wenig zu bieten.

2. Eintrag des Tages:
22:30, statt des Chinesens war es dann aus eher monetären Gründen Quickburger, wo es dann tatsächlich ziemlich quick ein dem goldenen M arg verwandtes Produkt aufs Tablett gab. Die fortlaufende Schachbilanz steht am Ende des Tages bei 1:7 was für mich immerhin im Bezug auf die winning percentage eine Verbesserung darstellt.
Laufende Schachbilanz: Bernt vs Frank 1:7