Stage 4
Karlsruhe - Straßbourg
92.3 Kilometer; 4:39:09 Stunden

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Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com )

Die beste Nachricht am Anfang: die unter-100-Etappe hat geklappt! Und die schlechte: so gut war der Tag dann doch nicht...

Nach dem bislang besten Frühstücksbuffet der Tour (mal die Buffetzeiten außer acht gelassen) ging es gegen 11 Uhr aus Karlsruhe heraus. Auf dem Rheindeich fuhren wir dann nach etwa 15 Kilometern auf ein Paar auf Hannover4foursome.jpg (13551 Byte) auf und die Fahrt wurde ziemlich unterhaltsam. Zwar sah es zuerst so aus als wollte Frank die beiden versägen, über die nächsten 15 Kilometer wurde sich aber erst einmal angeregt unterhalten. Beide entpuppten sich als Germanistik+Geschichte-Stundenten, die ganz nebenbei auf ihrer ersten richtigen Radtour waren. Mitten im Gespräch und nach etwa 30 Kilometern fuhren wir dann plötzlich an einer französischen Flagge vorbei - vor allem für mich vollkommen überraschend hatten wir Deutschland verlassen und waren in Frankreich. Vielleicht sollte man sich auch vorher ein wenig mehr mit dem Streckenverlauf auseinandersetzten, andererseits wußte ich natürlich das Straßbourg unser Ziel war. Nur realisiert hatte ich es halt noch nicht...

Passenderweise schien auch gleich an der eher provisorischen Grenze die Sonne, und das nachdem Frank am Vortag nach dem Wetterbericht am Fernsehen die erste sonnige Etappe vorausgesagt hatte. Zwar hatten wir Karlsruhe gerade noch vor ziemlich dicht aufziehenden Wolken verlassen können, aber zumindest im Moment 4frenchflag.jpg (11346 Byte)schien er Recht zu behalten. Schien, genauso wie die Sonne in diesem Moment, denn keine 10 Minuten später erwischte es uns endlich richtig. Zwar hatten die Hannoveraner nicht wie wir das Glück erst Regen ab Tag 4 zu haben, dummerweise war aber ihr erster Tag on tour (vorher mit Auto + Bekannten an den Rhein) gleichzeitig unser vierter so das es für sie den nassen Einstand und für uns das feuchte Erwachen aus dem Wettertraum gab ("Traum" ist relativ, aber wenn man die Wettervorhersagen von Tag 1 bedenkt hatten wir schon Traumwetter). 4greatwindschatten.jpg (13548 Byte)

Nach 45 Kilometern trennten sich dann unsere Wege da wir den Rhein verlassen wollten und eine direktere Route nach Straßbourg in Angriff nahmen. Mit wechselndem Regen und Niesel kamen wir dann in einem recht toten Dorf names Beinheim an in dem wir unsere Mittagspause machen wollten. Da natürlich nach 14 Uhr keines der zwei Restaurants mehr auf hatte wurde es nichts mit Essen bis zum Ende des Regens, statt dessen ging es fest in Regenmantel und Regenhose die Landstraße nach Straßbourg weiter.

Die eh schon wenig tolle Kombination von engen Landstraßen, Nieselregen und unglaublich langweiliger Szenerie wurde ab Kilometer 50 noch durch einen Wolkenbruch angereichert, und da der Himmel optisch in keine Himmelsrichtung Besserung versprach, wir eh schon naßgenieselt waren und weit und breit außer Bäumen nichts war fuhren wir einfach los und waren wieder in den Ardennen 2000. Fützen in den Schuhen, klitschdurchnässte Regenhose, beschlagene Sonnenbrille, Spaß hoch drei.

Nach 60 Kilometern rollten wir durch Auenheim wo wir dann erst einmal die Schnauze voll hatten und uns im Dorfzentrum gegenüber des Hotel de Villes 4damnwet.jpg (21808 Byte)vor einer natürlich geschlossenen Gaststätte niederließen und die Garnituren gut wechselten. Am Abend wieder Klamotten mit dem Föhn trocknen wie im Vorjahr, wer weiß?

Eine halbe Stunde später und das Rad um etwa 10 4fuckingrain.jpg (22544 Byte)Mini-Schokoriegel erleichtert die beim Frühstücksbuffet eingesteckt wurden ging es dann wieder bei leichtem Nieselregen weiter, der sich aber zum Glück etwa 15 Kilometer vor Straßbourg wieder legte.

Nach kurzem Foto-Shooting am Europaparlament bei der Einfahrt nach Straßbourg ging es dann in die sehr schöne Altstadt in ein zu teures Hotel für etwa 60 Mark pro Nase (ohne leckeres Frühstücksbuffet...). Während Frank ein Zimmer aushandelte quatschte ich vor unserem Hotel noch einstrassbourghotel.jpg (12768 Byte) wenig mit einem Amerikaner aus Tennessee der auf Durchreise in Richtung Rhein war um dort auch mal wie die Millionen an japanischen Touristen mit einem Boot zu fahren bevor es dann weiter in Richtung Verwandte in Bremen und Sehenswürdigkeiten in München und Rom gehen würde.

Der franksche Fehlerquotient war übrigens heute recht akzeptabel, 84.5 Kilometer waren laut Planung vorgesehen, 92.3 wurden es dann ja (wobei die Ausrede mit der Hotelsuche nicht funktioniert da wir dafür eigentlich kaum Kilometer verschwendeten).

 

2. Eintrag des Tages:

Kurz nach 23:00 und gerade von einer schon fast grandiosen Bootsfahrt zurück (hey, wir sind auch Touristen...) sind wir dann erst einmal wieder im Hotel. Straßbourg ist zwar kein Paris aber hat an alter Architektur alles was das Herz begehren könnte, dazu schöne Kanäle in der Stadt und viele sehr einladende Restaurants. Die Bootsfahrt 4strassbourg.jpg (18636 Byte)hätte zwar mit etwas moderneren Schleusen keine 90 Minuten gedauert, war ihr Geld aber mehrfach wert. Schlimm war eigentlich nur das europäische Parlamentshaus, protzig und selbstherrlich wie es schlimmer kaum sein könnte ragt es aus dem Bild der Stadt hervor.4euripoeanparlia.jpg (9488 Byte) Zwar mag der Kontrast zum vielen Alten in der Stadt auch sehr interessant sein und auch der riesige Neubau eine gewisse Art von Baukunst darstellen, angetan hat er es mir aber auf gar keinen Fall. Vor allem nicht wenn man darüber nachdenkt, wodurch der ganze Laden finanziert wurde... (andererseits hat aber wohl jede Epoche ihre "Monumente" und im Vergleich zu den ägyptischen Pyramiden werden diese Gebäude zumindest angeblich dauerhaft genutzt).

Vorher waren wir noch genau gegenüber unseres direkt am Dom gelegenen Hotels in einer ziemlich guten Pizzeria. Pizza für mich, Pasta für Frank und ein extrem stilvoll eingerichtetes Restaurant für alle Gäste. Für alle in der Stadt anwesenden Touristen gab es zudem einen wettermäßíg schönen Abend ohne Regen bei sommerlichsten Temperaturen. Interessante Stadt, gutes Restaurant, gutes Wetter, da kann man doch nur zufrieden sein...

Laut Wetterbericht steht für morgen aber wieder Regen auf dem Programm. Also wird es wohl wahrscheinlich sonnig oder regnet zumindest nicht würde ich mal auf Anhieb tippen.

Ganz nebenbei war heute übrigens der sagenumwogene vierte Tag der Radtour. Vielleicht lag es an der Strecke und ihrem Profil (höchster Berg war eine Rheinbrücke) oder der Gesamtdistanz, physisch anstrengend war es aber nicht, psychisch durch den Regen aber auf jeden Fall. Vielleicht braucht man jetzt noch drei Tage Regen bevor man ab dem siebten Tag auch bei fortlaufenden Hurricanes 255 Kilometer am Tag in zweieinhalb Stunden fährt (naja, bei echten Hurricanes durchaus denkbar...).

Laufende Schachbilanz:         Bernt vs Frank     0:4