| Stage 1 |
| Köln - Rhens |
| 126.6 Kilometer; 6:00:58 Stunden |
Tagebuch während der Tour geführt von: Bernt Pölling-Vocke ( bernty@gmx.com )
Man fühlte sich am Morgen gleich in gute alte Radfahrzeiten zurückversetzt. Als
ich um 09:00 durch einen lärmenden Frank geweckt wurde kam auf die Frage "Regnet
es?" gleich ein "Nee, hat aber schon gegossen...". Na prima, laut Wetter.de
am Vortrag sollte es eh von Samstag bis mindestens Mittwoch verregnet sein. Und warum
nicht eine klitschnasse Ausfahrt aus Köln wie im Vorjahr?
Komischerweise regnete es nur bis
in den Kölner Grüngürtel. Vor dem Stadion des FC Köln fotografierten uns noch zwei
schon recht früh angereiste Fans, die nach eigener Aussage immer etwas früher am Stadion
sind (11:00 bei Anstoß 15:30 qualifiziert dafür wohl...). Und dann ging es richtig los!
Wir sind wahrscheinlich schon im Barcelona bis die Fans wieder zu Hause sind, nach dem
Spiel feiert man ja noch ein bisschen oder so...

Der restliche Tag verlief erst einmal ganz gut. Erste längere Pause in Bonn,
erste Panne nach ca. 75 Kilometern als sich meine Kette hinten verabschiedete und eine
weitere Pause nach immerhin schon 90 Kilometern, wobei diese Pause durch ein sich zu uns
gesellendes Kind extrem angeheitert wurde. Gerade erwähntes Kind erzählte uns nämlich,
dass es mit seinem Bruder Packen spiele. Die einzige Erschwerung der Spielregeln lag
jedoch darin, dass der Bruder ihn ohne Fahrrad suchen muss, während er sich mit Fahrrad
verziehen darf. Ich habe den Bruder zwar nicht getroffen, über den IQ darf allerdings
spekuliert werden!
Als erstes Etappenziel stand dann nach kurzem Fotoshooting an der Brücke von
Remagen
Koblenz auf dem Programm. Dummerweise
auch auf dem Programm von Pur, die die Stadt mit einem live-Konzert
"beglückten". Über musikalischen Geschmack darf ja gerne gestritten werden, zu
unserem Entsetzten waren aber alle Hotels rappelvoll und uns blieb nichts weiteres als
erst einmal weiterzufahren. Den Ohren kann es bestimmt nicht schaden sich weiter von Pur
zu entfernen, die Beine sahen das nach doch schon deutlich mehr als 100 Kilometern
allerdings geringfügig anders.
In einem rheinischen Kuhkaff names Rhens kamen wir dann schließlich im Hotel "Trude" unter, das auch vom Namen her richtig ins Bild der Stadt passte, einer optimalen deutschen Vorzeigestadt. Aus der einzig geöffneten größeren Kneipe drang deutsche Blasmusik an der sich wahrscheinlich eine Busladung japanischer oder amerikanischer Touristen ergötzten. Und als ich in einem Imbiss fragte, ob es auch Restaurants gibt, in denen nicht gutbürgerlich gekocht wurde, wurde dies lachend verneint. Zumindest sollte es morgen Abend wieder etwas zivilisierter werden, aber immerhin war man weit genug entfernt von Pur.
Die Etappe war eher flach. Morgen wird es dann zum ersten mal hügelig und man darf mehr als gespannt sein, wie es dann so wird, vor allem da die Etappe erneut mit 110 Kilometern geplant ist. Am Donnerstag war ich in Osnabrück noch in einem Fahrradladen gewesen wo ein Mitarbeiter meinte, dass nur die ersten drei Tage einer Tour hart wären, dummerweise ist morgen ja erst Sonntag und nicht Dienstag.
Laufende Schachbilanz: Bernt vs Frank 0:1

Hat irgendwer zufälligerweise Mr. Spock oder Captain Kirk gesehen?