Stage 9
St. Etienne - Nizza
 87,83 Kilometer;  2:51:54 Stunden

WB01343_.gif (599 Byte)     WB01344_.gif (644 Byte)    WB01345_.gif (616 Byte)

Tagebuch während der Tour geführt von: Frank Schumacher (schumi14@web.de)

 

 

 

 

 

Etappe 9:

 

 

 

 

St. Etienne (1.237m.) - Nizza (0m.)

 

 

 

 

Kategorie:

Abfahrt

 

Höhenmessung:

 

Länge:

87,83

 

rauf:

75

Zeit:

02:51:54

 

runter:

1.188

Speed:

 

 

Peak:

1.237

max:

60,5

 

Steigung rauf / runter:

 

average:

30,6

 

max:

10% / 11%

 

 

 

average:

6% / 4%

 

 

 

 

 

21:23 Uhr, Nizza. Seit gut 12 Stunden ist die diesjährige Saison offiziell beendet. Mit einem schönen Abschluss: Zumindest die Hälfte der abschließenden 90 Kilometer führte beständig bergab, nochmals ging’s durch schöne Schluchtenlandschaften mit wenig Verkehr. Die Einfahrt nach Nizza war dann aber deutlich stressiger, aber immerhin kam ich direkt am Airport raus und fand auch mehr oder weniger direkt vor der Abflughalle ein (ziemlich überteuertes) Hotel. In Bezug auf die Verpackung des Rades konnte mir hier keiner weiterhelfen, wie der Zufall es so will wird aber drei Häuser weiter gerade gebaut. Der Wachmann schaut zunächst ziemlich verstört (kein Wunder, musst den armen Kerl wecken), ich radebreche was von „velo, allemagne, avion, couvrir“, er begreift allmählich und ich kann mich an den Abfallhalden bedienen. Auf den Kartonstreifen die ich zutage fördere steht überall „Armstrong“ drauf – Zufall oder ein Zeichen? Oder ganz einfach der Name des Fliesenherstellers? Egal, bewaffnet mit ca. drei Kilo Pappe latsche ich zum Hotel zurück.

Dann geht’s ab in die Stadt, diesmal mit dem Bus, und völlig planlos hüpfe ich an der erstbesten Haltestelle raus. Meine Aufmerksamkeit gilt zunächst weniger dem mondänen Touriparadies, ich grüble eher darüber nach wo man zwischen Designerklamotten und Straßencafes hier Klebeband herbekommen soll. In einem Kiosk werde ich fündig und versorge mich auch gleich mit Wasser und einer Wegwerf-Strandmatte. Egal was Nizza sonst noch zu bieten hat, heute bin ich „fuhl ahm Strand!“ So kullere ich träge auf den Kieseln herum, lese in der „Sport-Bild“ und schaue der Sonne beim Wandern zu. Vor der Rückkehr zum Hotel erstehe ich wie ein waschechter Franzose Baguette und Käse fürs Abendessen, außerdem (endlich mal wieder!) eine große 1,5 Literflasche Cola light. Während im Fernsehen „voll normal“ auf Sat.1 läuft verpacke ich das treue Velo fachmännisch und gönne mir anschließend ein warmes Bad. Alles in allem ein geruhsamer Tag, der fast schon Urlaubscharakter hatte. Richtig Lust auf Berge hatte ich aber heute auch keine mehr, an der entsprechenden Abzweigung zum Turini und St. Martin bin ich einfach vorbeigezischt. Auch die mir unterwegs entgegenkommenden Amateur-Rennfahrer haben nur einen mitleidigen Blick von mir geerntet, irgendwann ist bekanntlich einfach mal Schluss (meistens am Ende).

Achja, Ende! Genau!

 

Nachtrag: 

Seit dem Ende der Tour sind nunmehr knapp drei Monate vergangen, der Rückflug gar kein Problem (thanx HLX), aus 76 Kilo sind wieder 83 geworden (der Jan-Effekt) und den Bonette käme ich zur Zeit wahrscheinlich nur mit Hilfsmotor hoch. Aber: In den vergangenen Jahren gab es nicht viel was vom Spaßfaktor und von der Herausforderung her mit allen diesen Touren mithalten konnte. In diesem Sinne: Autofahrer und Mottoradjockeys, wenn ihr uns seht, habt kein Mitleid, sondern seid neidisch: Die wahren Königs der Landstraße sind wir!

 

Gut verpackt... ...ging es vom Mittelmeer...

...über die Alpen... ...zurück nach Köln!