Stage 4
Bourg D'Oisans - La Grave
 51,99 Kilometer;  03:41:33 Stunden

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Tagebuch während der Tour geführt von: Frank Schumacher (schumi14@web.de)

Etappe 4:

 

 

 

 

Bourg d'Oisans (750m.) - La Grave (1.491m.)

 

 

 

 

Kategorie:

Bergankunft

 

Höhenmessung:

 

Länge:

51,99

 

rauf:

1.896

Zeit:

03:41:33

 

runter:

1.122

Speed:

 

 

Peak:

2.002

max:

65,8

 

Steigung rauf / runter:

 

average:

14

 

max:

19% / 22%

gefahrene Pässe:

 

 

average:

7% / 8%

Alpe d'Hues

1.972

1.143

13

8,79%

Col de Sarenne

2.002

300

5

6,00%

 

 

 

 

 

Erster Eintrag, Alpe d’Huez! Es hat sollen sein! Ich bin oben! Und noch relativ frisch dabei! Im Moment sitze sich „oben ohne“ auf einer Bank und lasse die Höhensonne walten. Heute ist nämlich auch wieder richtig schönes Wetter!

Der Anstieg begann wie erwartet knackig, doch durch meine Höhendiagramme wusste ich, dass die unteren drei Kilometer gleich die Maximalsteigung liefern würden. Also: Bangemachen gilt nicht, einfach im kleinsten Gang ruhig anpedalen und langsam seinen Rhythmus finden. Und tatsächlich: Nach der ersten Talstufe wurde es flacher, wobei „flach“ bei 1.200hm auf 15 Kilometern natürlich ein relativer Begriff ist. Von der Anstrengung lenken wahlweise die tolle Aussicht zurück ins Tal oder die teilweise lustigen Sprüche auf der Fahrbahn ab: „Dance, Lance, Dance!“, stand da zu lesen, aber auch wieder „US-EPOstal“. Unterwegs noch ein kurzes Gequatsche mit einem Holländer, der komplett ohne Gepäck auch nicht viel schneller vorankommt als ich. Ansonsten waren gar nicht mal so viele Radler unterwegs, an diesem Mekka des Radsports hätte ich eigentlich mehr Betrieb erwartet.

Richtig toll wurde es dann ab 1.600 Metern, hier gab es an jeder Ecke was zu knipsen (Ortsschild, letzte Kehre, Zielgerade etc.). So erging der Rest des Anstiegs wie im Flug. Ein Wort zur Statistik: 1:34 Fahrzeit, Schnitt 9,8km/h, aber ohne Gepäck wäre sicherlich noch eine Viertelstunde kürzer drin gewesen.

 

2. Eintrag

So, Freunde der Nacht, wo stehen wir? Nicht ganz da wo wir sollten, aber besser als wir dachten. Wieso? Nun, die heutige Etappe ging leider nur noch halb den Lautaret hoch. Nicht das ich die restlichen 500hm nicht mehr geschafft hätte, aber dann hätten ja noch mal 550hm zum Galibier angestanden. Kurz und gut, gegen 15 Uhr wurden für heute die Bücher zugemacht. Was daran besser ist? Na, ich bin in einem schönen 3-Sterne-Chalet gelandet (bisschen teuer zwar, 63 Euro mit Frühstück), aber: LANCE WAR HIER! Zweimal schon! Überall hängen Fotos on IHM, und ICH schlafe in SEINEM Chalet! Zwar nicht im selben Zimmer aber egal, hier logierte der Teamarzt, und so finde ich vielleicht noch die eine oder andere Ampulle EPO im Schrank. Fast noch besser ist der Pool, überhaupt nicht zu schlagen ist die Aussicht: Direkt auf einen 3.000-Meter-Gletscher, der so nahe wirkt als könne man rüberspucken…

Die Entscheidung, Alpe d’Huez auf einem alternativen Weg zu verlassen hat sich übrigens gelohnt: Der Col de Sarenne war zwar schwach asphaltiert, glänzte aber durch totale Einsamkeit und wahnsinnige Landschaft. Hier kann man sich noch richtig als Entdecker fühlen, zur Nachahmung sei dieser stille Abgang aus der Touristenhochburg mehr als empfohlen, die zusätzlichen 300hm lohnen sich.

Ich geniesse den heutigen Fast-Halben-Ruhetag in dem Bewusstsein, höhenmetermässig wieder einiges geschafft zu haben. Morgen sollen dann aber Lautaret, Galibier und Izoard im Dreierpack fallen, mal schauen ob das was gibt…