| Stage 4 |
| Mainz - Heidelberg |
| 97,60 Kilometer; 4:19:18 Stunden |
Tagebuch während der Tour geführt von: Frank Schumacher (schumi14@web.de)
Einziger Eintrag des
Tages, abends gegen 22 Uhr in der Jugi Heidelberg. Der heutige Tag lief im
besten Sinne wie geplant und wie geschmiert, sowohl was Etappenziel als auch
Tagesleistung angeht. Einem ausgiebigen Ausschlafen im Hotel folgte ein
ausgedehntes Frühstück am üppigen Buffet, so dass wir erst gegen 10:50 Uhr
aufbrechen konnten. Aus Mainz hinaus ging es recht flott, wir hatten die Stadt
in ihrer ganzen Ausdehnung bereits am Vortag durchmessen. Die ersten 20
Kilometer hügelten wir rechts vom Rhein ein gutes Stück durch die Weinberge,
auf dem eigens dafür angelegten Weg kamen und nur Wirtschaftsfahrzeuge
entgegen; der eigentliche Verkehr spielte sich weiter unten auf der Bundesstraße
ab. Im Anschluss folgte ein langweiliger Abschnitt, als wir das komplette
Rheintal von West nach Ost durchqueren mussten und dabei außer Weizenfeldern
nichts vors Visier bekamen. Als Höhepunkt mag da noch die Flussüberquerung per
Fähre in Gernsheim gelten, wobei uns die Stadtväter anschließend aus purer
Dankbarkeit per missverständlicher Ausschilderung erst mal in die komplett
falsche Richtung schickten. Wir waren schon auf dem besten Weg Richtung
Frankfurt, ehe uns auffiel, dass sich der Odenwald rechter Hand befand und nicht
links, wo er eigentlich sein sollte. Mit ein paar Kilometern Zick-Zack über mit
Betonplatten ausgelegte Feldwege konnten wir diesen Irrtum aber schnell beheben,
so dass wir insgesamt auf die Planung nur fünf Mehrkilometer aufschlagen
mussten.
Kurz vor Viernheim machte
uns dann ein Tankwart deutlich, wie er mit dem vieldiskutierten Dosenpfand verfährt:
Pfand nahm er uns anfangs gar keinen ab, die retournierte Dose Cola wanderte
zusammen mit der nicht pfändbaren Powerade-Flasche in ein- und denselben Eimer.
Nun sind Tankwarte garantiert nicht die Hauptwählerschaft von Rot-Grün, aber
muss es denn so offensichtlich sein?
Die restlichen 30 Kilometer wurden dann in einem Rutsch absolviert, besonders bemerkenswert fand ich hierbei eine Beobachtung, die ich schon seit geraumer Zeit bei Michi machte: Fährt er hinter mir, lässt er sich ca. 50 Meter zurückfallen und hält bei höherem
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| Heidelberg. |
Tempo nicht besonders gut mit, so dass ich ab und zu auf ihn warten muss. Macht
er hingegen den “Leader“ flitzen wir unisono zwei, drei km/h schneller über
den Asphalt als ich persönlich fahren würde. Logische Konsequenz: Michi musste
heute öfter führen, der Stundenschnitt ist entsprechend gewachsen, und auf den
letzten Kilometern lagen konstant 30 km/h an. Michi haut übrigens generell voll
rein und hat eventuelle Zweifel an seiner Leistungsfähigkeit schon längst ins
Reich der Fabeln verwiesen. Mir geht’s auch schon gut, merke nach 100
Kilometern am dritten Tag in Folge keine großen Ermüdungserscheinungen. Ob das
am bislang gnädigen Streckenprofil liegt wird der morgige Tag zeigen.
Heidelberg war von den
bisher angefahrenen Städten der Knaller schlechthin und ist und bleibt eine
meiner absoluten Lieblingsstädte. Nach einer Wanderung durch Innenstadt und
hinauf zum Schloss (addiere im Geiste noch 90 hm zur täglichen Statistik hinzu,
zwar zu Fuß, aber immerhin!) war auch Michi begeistert und hat gleich zwei
Dutzend Fotos vom alten Gemäuer gemacht. Zurück zur Jugi ging’s per Bus,
intelligenter Dialog mit dem Fahrer vor der Abfahrt:
„Fahren Sie zum
Tiergarten?“
„Häh?“
„Zum Tiergarten!“
„Wohin?“
„ZOOOOO!“
„Ja, ja....!“
Und ich dachte das
wäre ne Studentenstadt!
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| Backroad Cycling nach Heidelberg... | ...wo in der Jugi erst einmal die Karten studiert wurden. | |
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| Das Heidelberger Schloss von unten... | ...und der Blick von oben. |