| Stage 15 |
| Arosa - Chur |
| 30,15 Kilometer; 02:04:48 Stunden |
Tagebuch während der Tour geführt von: Frank Schumacher (schumi14@web.de)
11.27 Uhr, noch zwei
Stunden bis zur Heimfahrt. Ich sitze in einem ruhigen Park auf einer Churer
Bank, gemütlich im Schatten, denn die Sonne hatte ein Einsehen und verschönert
den letzten Urlaubstag noch mal nach Kräften. Die Abfahrt war lang und einfach,
es blieb genug Zeit um die Augen ein letztes Mal linke und rechts durch die
Berge schweifen zu lassen. Mit vier Bananen, einem „Stern“ und einem
„Kicker“ bewaffnet harre ich jetzt der Dinge die da noch kommen mögen. Mein
Vertrauen zu meiner Bahnverbindung ist nicht eben grenzenlos, angesichts der
Erfahrungen mit den französischen Schienenverbrechern werde ich erst aufatmen
wenn Rad und Reiter zumindest wieder in Deutschland sind.
Der gestrige Abend
verlief noch extrem angenehm, fetten Dank an Andi und Carsten (den Mäusen), die
auch eine extrem lange und anstrengende Autofahrt nicht gescheut haben um mich
in Arosa besuchen zu kommen. Von ihrem Campingplatz aus waren beide gut 90
Minuten unterwegs! Es gab ein großes Hallo im Speisesaal, wo mich die beiden
beim Kohlehydratetanken erwischten. Nach gegenseitigem Schulterklopfen und
Umarmen trotteten wir in die Snowboarderbar des Ortes und tauschten unsere
Urlaubserfahrungen aus; ich genehmigte mir zur Feier des Tages einen "White
Russian" (der das Zimmer auch prompt ziemlich gemütlich machte). Aber mit
Milch statt Sahne, ein bißchen Fitness muss ja sein. Alles war fast wie in
unserer Stammkneipe in Köln, abgesehen von den Preisen und der Tatsache, dass
dies der höchste (oder „höchsteingenommene“) Cocktail meines bisherigen
Lebens war. Noch ein abschließender Rekord in diesen ohnehin schon
weltmeisterlichen Wochen...
Heute morgen strahlte
dann wie schon erwähnt die Sonne, so dass ich nun auch das wirklich
beeindruckende Panorama von Arosa gebührend würdigen konnte (der Ort ist auf
270° von Bergen umschlossen), gestern war in Regen und Nebel davon ja nicht
mehr viel zu sehen. Auf der Abfahrt ging es zwischendurch noch mal kurz bergauf
(logisch, dieselbe Stelle, die mich gestern in anderer Richtung der wertvollen Höhenmeter
beraubt hatte). Durch die hier ergaunerten paar Höhenmeter extra konnte ich
aber noch die 13.500hm-insgesamt-Marke knacken, ein würdiger Abschluß! Und
jetzt sitze ich hier, freue mich schon auf meine Freunde und die Familie zu
Hause, lasse die ganze Tour noch mal Revue passieren und denke an so manche
Steilwand und Passhöhe zurück. Würde ich so etwas noch mal machen? Falsche
Frage, falscher Zeitpunkt! Im Moment kann die Antwort nur „nie im Leben“
lauten (wie so oft in den vergangenen Jahren an verschiedenen Stellen; Bernt
wird’s bestätigen!). Aber wer weiß? Der nächste Sommer kommt bestimmt, und
wen das Virus einmal befallen hat...?
TOTALE
STATISTIK (ausführlich im Statistikteil der Homepage):
1.353 Kilometer (alles in
allem)
700 Kilometer (ab
Bodensee)
9 Pässe
2 Bergankünfte
13.508hm aufwärts
13.217hm abwärts